Lob der Pause (Teil 3)

Vögel beobachten macht glücklich

„Alles ist immer da in ihr. Vergangenheit und Zukunft kennt sie nicht. Gegenwart ist ihre Ewigkeit.“ (Georg Christoph Tobler über die Natur)

Besitzen Sie einen Garten? Ich verstehe darunter einen Ort der Vielfalt und gerne auch der evolutionären Anarchie. Oder kommen Sie ohne viel Aufwand in die „Natur“, in Wald, Wiese, Weinberge? Wenn nicht: Auch in der Stadt sind sie zu hören. Wenn Sie nämlich genau hin hören, bemerken Sie, dass die Luft sich wieder mit einer mannigfaltigen Kakophonie füllt! Die Vögel legen sich ins Zeug und verursachen einen Lärm wie sonst nur Laubbläser, nur schöner. Bernd Brunner schreibt in seinem 2015 veröffentlichten Buch von einer „Ornithomania“, der auch ich, ich gestehe, schon seit sehr vielen Jahren verfallen bin.  Doch, mir geht es gut. Danke der Nachfrage.

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Lob der Pause (Teil 2)

Lassen Sie sich doch mal gehen…

Ist „gehen lassen“ nicht ein wunderbarer Ausdruck? Gerade für den Hefeteig hat er besondere Bedeutung. Nur dann, wenn ein Hefeteig lang genug geht, er also in aller Ruhe vor sich hin blubbern kann, wird er wachsen (im Idealfall sogar sein Volumen verdoppeln und verdreifachen)  und sich dadurch zur Grundlage für ein leckeres Brot oder einen besonderen Kuchen entwickeln. Wenn man ihm keine Ruhe gönnt, wird das Brot fest, niedrig und manchmal innen sogar feucht. Ich habe viele Brote gebacken – glauben Sie mir, so ein Brot wollen Sie nicht essen.

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Lob der Pause (Teil 1)

Manchmal bin ich schon am Morgen müd…

Als ich kurz vor Weihnachten eine Kundin (Führungskraft in einem deutschen Konzern) zum Coaching traf, erzählte sie mit müdem Gesichtsausdruck: „Gestern habe ich von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr durchgehend virtuelle Meetings oder Telefonate gehabt und keine einzige Pause! Und das nicht zum ersten Mal.“ Und wenn internationale Zeitverschiebungen dazu kommen, können die ersten Sitzungen auch noch früher anfangen und die letzten sehr spät enden. Ich habe sie gefragt, warum sie das mit sich machen lasse. Darauf schaute sie mich erstaunt an, weil sie gar nicht darüber nachgedacht hatte, ob daran irgendetwas falsch sei.

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Glück ist kein Geschenk der Götter…

… sondern die Frucht innerer Einstellung.1

Seit vielen Jahren arbeite ich als Führungs-Coach. In dieser Rolle gehe ich alle paar Wochen mit Managerinnen und Managern, die ihren Job verloren haben, ins Kloster. Im Seminar arbeiten wir zu den Themen innere Bilder, Zukunft, Scheitern, Angst, Hoffnung und so weiter.

Entweder sind sie aus persönlich-konfliktären Gründen entlassen worden, fielen einer Restrukturierung zum Opfer oder haben selber entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Was den Teilnehmern gemeinsam ist: Menschen, die bisher Macht über andere hatten, haben diese verloren. Bisher waren sie gewohnt, Visionen, Strategien und Konzepte zu entwickeln und Entscheidungen für andere zu treffen. Nun haben nicht selten andere über sie entschieden.

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Das Bessere ist der Feind des Guten.

Nur Unternehmen, die sich fortwährend in Frage stellen und den Mut haben, Neues zu entdecken und neue Wege zu gehen, bleiben stabil. Das Konzept der „Schöpferischen Zerstörung“ von Joseph Schumpeter ist aktueller denn je!

Wer hat den Mut dazu?

(Dieses Schild hing am Zaun einer Großbaustelle an der Central Station in Coventry.)

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

Als ich das Zitat von Karl Valentin heute Morgen gelesen habe, dachte ich unwillkürlich an uns Harlekine und unseren Harlekin.Blog. Denn auch kleine Kunstwerke machen viel Arbeit.

Seit mehr als 3 Jahren haben wir im Schreiben unerfahrenen, aber gelehrigen „Stümper“ immer freitags einen neuen Text veröffentlicht. Dabei geht jeder Autor seinen eigenen Pfad. Der eine schaut mit seiner Berater-Brille auf IT- und Veränderungs-Projekte, der oder die andere entdeckt Stilblüten im (richtigen?) Leben und wieder andere philosophieren über Gott und die Welt. Mittlerweile gibt es auch schon eine Liste von Gastautoren, die gerne für Harlekin.Blog schreiben.

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Ich habe Langeweile? Bravo!

Heute Morgen, nach dem Yoga-Flow-Programm und der Fütterung der Vögel im Garten, entdeckte ich in der Zeitung einen Artikel, der mich in die Vergangenheit reisen ließ: Der Bauer-Verlag öffnet sein Bravo Archiv von 1956 – 1994 (https://www.bravo-archiv.de/home.php).

Jaja, die Bravo. Als ich sie damals entdeckte, mit 12, kurz vor den Olympischen Spielen in München, war ich sofort eine der Millionen begeisterten Leserinnen. Denn als ich 12 war, bestand mein Leben aus Schule, Hausaufgaben, Treffen der Freunde auf der Straße und am Wochenende weitgehend aus Langeweile. Da war die Bravo eine dankbare Ablenkung, schürte sie doch für eine 12-jährige Heranwachsende vielfältigste Fantasien.

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Die getrennte Gesellschaft im Spiegel des Selbst

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von Gabriele Guthmann. Sie betreibt eine Praxis für Psychologische Beratung, spirituelle Energiearbeit und Bewusstseinscoaching und lebt in Rheinland-Pfalz.

Unsere Gesellschaft ist einer zunehmenden Polarisierung unterworfen, gemäß einer aktuellen Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung. Der Blick auf die Entwicklung der deutschen Gesellschaft zeigt seit der Jahrtausendwende ein immer stärker werdendes Ungleichgewicht im internationalen Vergleich mit Ländern wie Schweden oder Dänemark.

Ein Ungleichgewicht der Einkommensstrukturen, politische und ökonomische Unsicherheiten führen zum Erleben unterschiedlicher Wahrheiten unserer gesellschaftlichen Werte. Eine Gesellschaft, die sich über Jahrzehnte auf Sicherheit und Stabilität ausruhen durfte, gerät zunehmend in die Orientierungslosigkeit. Daraus resultieren Verlustangst, Aggression, Überforderung und das Gefühl, von anderen getrennt zu sein.

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Strategien fühlen – mit Hingabe und Leidenschaft gegen blindes Vertrauen

Verfasser dieses Beitrags ist unser Gastautor Christoph Henties.

Ein Refrain zur Strategie

„Gespürt ist nicht erkannt.

Erkannt ist nicht formuliert.

Formuliert ist nicht verkündet.

Verkündet ist nicht verstanden.

Verstanden ist nicht einverstanden.

Einverstanden ist nicht angewandt.

Angewandt ist nicht beibehalten.

Beibehalten ist nicht gespürt.

Gespürt ist nicht …“

Ob man nun Jazz- oder Klassikliebhaber ist, pulsierenden Swing oder gefühlvolle Balladen liebt, jeder kann den obigen Refrain, das „Lied der Strategie“, auf seine Weise musikalisch intonieren. Und in der Regel klingen ja Harmonien und Lieder, besonders wenn man diese mag, wie ein Ohrwurm in der Erinnerung – spielen sich sozusagen von selbst vor dem „geistigen Ohr“ fast unfreiwillig wiederkehrend ab. Wie schön, wenn diese Metapher auch für die umfangreich erarbeiteten strategischen Planungen in den Unternehmen gelten würde.

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Jahresabschluss süß-sauer

Anmerkung der Harlekin-Redaktion:
Um Sie langsam auf das Jahresende einzustimmen, behandeln unsere neuen Beiträge bis zum Ende des Jahres 2019 alle das Thema „Jahresabschluss“ – mal aus beruflicher, mal aus privater Sicht. Heute beginnen wir mit einem kulinarischen Beitrag – viel Spass!

Wir waren in diesem Jahr gerade frisch Eltern geworden. Die Kleine ist ja eigentlich süß, erhöhte aber ab und an den Stresslevel der sorgenden Eltern,  vor allem auf Reisen. Denn die Tochter erbrach alles, was sie gegessen hatte, konsequent zwischen Kilometer 65 und 75 auf einer 200 km-Strecke zu Eltern oder Schwiegereltern. Und nun stand Weihnachten vor der Tür. Um dem Baby (natürlich nur ihm!) unnötigen Reisestress zu ersparen, luden wir kurzerhand Eltern und Schwiegereltern nach Hause ein. Weihnachten ist schließlich das Fest der Familie…

Der Rumtopf war schon im Juni angesetzt und sollte die Blüte seiner Entwicklung erreicht haben, die Hotelzimmer waren organisiert und das Wetter spielte auch mit, so dass die Herrschaften gemütlich anreisen konnten. Die Bescherung war ein Oh und Ah, weniger ein Oh je! Und so langsam machte sich der weihnachtliche Hunger breit. Das Baby schlief und der Schmaus konnte beginnen.

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