Das Bessere ist der Feind des Guten.

Nur Unternehmen, die sich fortwährend in Frage stellen und den Mut haben, Neues zu entdecken und neue Wege zu gehen, bleiben stabil. Das Konzept der „Schöpferischen Zerstörung“ von Joseph Schumpeter ist aktueller denn je!

Wer hat den Mut dazu?

(Dieses Schild hing am Zaun einer Großbaustelle an der Central Station in Coventry.)

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

Als ich das Zitat von Karl Valentin heute Morgen gelesen habe, dachte ich unwillkürlich an uns Harlekine und unseren Harlekin.Blog. Denn auch kleine Kunstwerke machen viel Arbeit.

Seit mehr als 3 Jahren haben wir im Schreiben unerfahrenen, aber gelehrigen „Stümper“ immer freitags einen neuen Text veröffentlicht. Dabei geht jeder Autor seinen eigenen Pfad. Der eine schaut mit seiner Berater-Brille auf IT- und Veränderungs-Projekte, der oder die andere entdeckt Stilblüten im (richtigen?) Leben und wieder andere philosophieren über Gott und die Welt. Mittlerweile gibt es auch schon eine Liste von Gastautoren, die gerne für Harlekin.Blog schreiben.

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Ich habe Langeweile? Bravo!

Heute Morgen, nach dem Yoga-Flow-Programm und der Fütterung der Vögel im Garten, entdeckte ich in der Zeitung einen Artikel, der mich in die Vergangenheit reisen ließ: Der Bauer-Verlag öffnet sein Bravo Archiv von 1956 – 1994 (https://www.bravo-archiv.de/home.php).

Jaja, die Bravo. Als ich sie damals entdeckte, mit 12, kurz vor den Olympischen Spielen in München, war ich sofort eine der Millionen begeisterten Leserinnen. Denn als ich 12 war, bestand mein Leben aus Schule, Hausaufgaben, Treffen der Freunde auf der Straße und am Wochenende weitgehend aus Langeweile. Da war die Bravo eine dankbare Ablenkung, schürte sie doch für eine 12-jährige Heranwachsende vielfältigste Fantasien.

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Die getrennte Gesellschaft im Spiegel des Selbst

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von Gabriele Guthmann. Sie betreibt eine Praxis für Psychologische Beratung, spirituelle Energiearbeit und Bewusstseinscoaching und lebt in Rheinland-Pfalz.

Unsere Gesellschaft ist einer zunehmenden Polarisierung unterworfen, gemäß einer aktuellen Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung. Der Blick auf die Entwicklung der deutschen Gesellschaft zeigt seit der Jahrtausendwende ein immer stärker werdendes Ungleichgewicht im internationalen Vergleich mit Ländern wie Schweden oder Dänemark.

Ein Ungleichgewicht der Einkommensstrukturen, politische und ökonomische Unsicherheiten führen zum Erleben unterschiedlicher Wahrheiten unserer gesellschaftlichen Werte. Eine Gesellschaft, die sich über Jahrzehnte auf Sicherheit und Stabilität ausruhen durfte, gerät zunehmend in die Orientierungslosigkeit. Daraus resultieren Verlustangst, Aggression, Überforderung und das Gefühl, von anderen getrennt zu sein.

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Strategien fühlen – mit Hingabe und Leidenschaft gegen blindes Vertrauen

Verfasser dieses Beitrags ist unser Gastautor Christoph Henties.

Ein Refrain zur Strategie

„Gespürt ist nicht erkannt.

Erkannt ist nicht formuliert.

Formuliert ist nicht verkündet.

Verkündet ist nicht verstanden.

Verstanden ist nicht einverstanden.

Einverstanden ist nicht angewandt.

Angewandt ist nicht beibehalten.

Beibehalten ist nicht gespürt.

Gespürt ist nicht …“

Ob man nun Jazz- oder Klassikliebhaber ist, pulsierenden Swing oder gefühlvolle Balladen liebt, jeder kann den obigen Refrain, das „Lied der Strategie“, auf seine Weise musikalisch intonieren. Und in der Regel klingen ja Harmonien und Lieder, besonders wenn man diese mag, wie ein Ohrwurm in der Erinnerung – spielen sich sozusagen von selbst vor dem „geistigen Ohr“ fast unfreiwillig wiederkehrend ab. Wie schön, wenn diese Metapher auch für die umfangreich erarbeiteten strategischen Planungen in den Unternehmen gelten würde.

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Jahresabschluss süß-sauer

Anmerkung der Harlekin-Redaktion:
Um Sie langsam auf das Jahresende einzustimmen, behandeln unsere neuen Beiträge bis zum Ende des Jahres 2019 alle das Thema „Jahresabschluss“ – mal aus beruflicher, mal aus privater Sicht. Heute beginnen wir mit einem kulinarischen Beitrag – viel Spass!

Wir waren in diesem Jahr gerade frisch Eltern geworden. Die Kleine ist ja eigentlich süß, erhöhte aber ab und an den Stresslevel der sorgenden Eltern,  vor allem auf Reisen. Denn die Tochter erbrach alles, was sie gegessen hatte, konsequent zwischen Kilometer 65 und 75 auf einer 200 km-Strecke zu Eltern oder Schwiegereltern. Und nun stand Weihnachten vor der Tür. Um dem Baby (natürlich nur ihm!) unnötigen Reisestress zu ersparen, luden wir kurzerhand Eltern und Schwiegereltern nach Hause ein. Weihnachten ist schließlich das Fest der Familie…

Der Rumtopf war schon im Juni angesetzt und sollte die Blüte seiner Entwicklung erreicht haben, die Hotelzimmer waren organisiert und das Wetter spielte auch mit, so dass die Herrschaften gemütlich anreisen konnten. Die Bescherung war ein Oh und Ah, weniger ein Oh je! Und so langsam machte sich der weihnachtliche Hunger breit. Das Baby schlief und der Schmaus konnte beginnen.

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Il Doccione im Vallesanta

Eine „soziale Plastik“ im heiligen Tal

Dies ist ein weiterer Beitrag unseres „Gastautors“ Christoph Henties, der für treue Leserinnen und Leser des harlekin.blog kein Unbekannter ist. Dankeschön, Christoph!

Anfang des 18. Jh. wurde im Casentino in Italien auf einem Plateau in 850 Metern Höhe – mit Blick über das Vallesanta, das heilige Tal – Il Doccione (die große Dusche) erbaut. Mit seinem geräumigen Haupthaus, mehreren Nebengebäuden und einer kleinen Kirchenruine ist es fast schon ein kleines Dorf. Bis vor 50 Jahren war es eine Stätte der Begegnung für die Menschen des Vallesanta. Dann setzte die Landflucht ein, viele Bauern zogen in die Städte, um Arbeit zu finden, Il Doccione wurde verlassen.

Heute ist es wieder ein lebendiger Ort, es werden Konzerte und Feste veranstaltet, die auch von den Menschen aus den umliegenden Dörfern gerne besucht werden. Seit 1989 leben zwei Familien mit ihren Kindern hier. Sie haben die alte Bausubstanz liebevoll restauriert und komfortabel ausgestattet. Neben dem Traum vom Leben auf dem Lande, der biologischen Landwirtschaft mit großem Garten, Kühen, Ziegen, Pferden und Bienen, steht der Austausch mit anderen Menschen im Vordergrund (mehr unter www.doccione-arcadia.de und www.doccionedisotto.eu).

Nicht zufällig sind zwei der dort lebenden Menschen, Renate und Andreas, selbst begeisterte Musiker und so entwickelte sich Il Doccione im Laufe der letzten zehn Jahre zu einem Ort kultureller Begegnung mit dem Schwerpunkt Musik und Begegnung.

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Den Spiegel vorhalten

HR-Business Partner – der moderne Hofnarr in Unternehmen?

Dies ist ein Beitrag unseres Gastautors Christoph Henties. Christoph hat bereits im Juni dieses Jahres den Dreiteiler „Organisationen lernen Jazz“ bei uns veröffentlicht. Wir freuen uns sehr, dass er in dieser Woche wieder dabei ist.

Kürzlich in einem Gespräch mit einer erfahrenen, engagierten Personalmanagerin zitierte diese eine Aussage ihrer Vorgesetzten: „Unsere Aufgabe im HR-Bereich ist, ausschließlich Entscheidungen und Maßnahmen des Vorstands umzusetzen.“

Ich spürte sichtlich die einschränkende Wirkung dieser obrigkeitstreuen Äußerung auf meine Gesprächspartnerin. Die Enttäuschung darüber, nicht mit eigenen Ideen konstruktiv kreative Personalarbeit für die Mitarbeiter und die Organisation zu gestalten, war überdeutlich spürbar.

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I’ve got you under my skin

Jazz und Teamorganisation

Jazzmusiker entwickeln eine Idee vom eigenen Sound, einen musikalischen Ausdruck und einem Ideal des Zusammenspielens. Der Wert besteht darin, die persönliche Vision der unverkennbaren Klangfarbe aus der eigenen Mitte zu entwickeln und ins Außen zu spielen. So entsteht ein Repertoire gemeinsamer Klangvorstellung und Musikverständnis.

Führungskräfte kennen den Dreiklang aus Vision, Mission und Strategie und finden darin die eigene Note. Dazu gehört die klare Vorstellung über Zusammenarbeiten und ein Führungsverständnis, um die Arbeitskultur gemeinsam mit Teams und Mitarbeitern zu gestalten.

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