Leadership? – Womit kann ich dienen?

Ein junger Mann geht zielstrebig auf einen Laden zu. Das Geschäft ist kaum als solches zu erkennen, weil es keine Schaufenster hat. Lediglich ein Schild hängt über der Eingangstür. Darauf steht „Apotheke” und etwas kleiner darunter „für Führung & Leadership”. Der Mann tritt ein und das Öffnen der Tür löst ein schrilles Klingeln aus. Er hat kaum Zeit, sich im Verkaufsraum umzuschauen, da taucht schon ein älterer Herr mit weißen Haaren und zerzaustem Vollbart hinter der Theke auf.

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Leben wir wirklich in einer Wissensgesellschaft?

Es gibt für unsere Gegenwart etliche Signaturen: das Digitalzeitalter, die Informationsgesellschaft, die post-industrielle Ära, das Anthropozän. Das sind noch nicht einmal alle. Eine davon ist Wissensgesellschaft. Und aus verschiedenen Quellen verlautet, dass wir derzeit in genau dieser leben. Fühlen Sie sich in einer Wissensgesellschaft? Ich habe mir mal diese Frage gestellt und dazu gingen mir diese Gedanken durch den Kopf.

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Lob der Pause (Teil 4)

Angeregt durch die Fragebögen von Max Frisch sollen die unten stehenden Fragen Dich, lieber Leser, einladen, Deinen Umgang mit Pausen zu reflektieren. Vielleicht magst Du Dich mit der einen oder anderen Frage intensiver beschäftigen. Vielleicht beschäftigt Dich eine Frage besonders. Nimm Dir eine bewusste Pause und schreibe auf, was Dir zu den Fragen einfällt. Lerne so, wie Du mit Pausen umgehst. Durch die Reflexion mit den Fragen lernst Du mehr über Deine Haltung zu Pausen kennen und ob Du Dein konkretes Verhalten verändern möchtest oder nicht. Die Sammlung ist subjektiv zusammen gestellt. Vielleicht beschäftigen Dich weitere Fragen im Umgang mit diesem Thema.  Es gibt so viel mehr zu entdecken…

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Glück ist kein Geschenk der Götter…

… sondern die Frucht innerer Einstellung.1

Seit vielen Jahren arbeite ich als Führungs-Coach. In dieser Rolle gehe ich alle paar Wochen mit Managerinnen und Managern, die ihren Job verloren haben, ins Kloster. Im Seminar arbeiten wir zu den Themen innere Bilder, Zukunft, Scheitern, Angst, Hoffnung und so weiter.

Entweder sind sie aus persönlich-konfliktären Gründen entlassen worden, fielen einer Restrukturierung zum Opfer oder haben selber entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Was den Teilnehmern gemeinsam ist: Menschen, die bisher Macht über andere hatten, haben diese verloren. Bisher waren sie gewohnt, Visionen, Strategien und Konzepte zu entwickeln und Entscheidungen für andere zu treffen. Nun haben nicht selten andere über sie entschieden.

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Vom Lernen zum Wissen und zurück

Schön wäre es ja, wenn ich Ihnen gleich zu Anfang meine Kernbotschaft mitteilen könnte und es Ihnen somit möglich wäre, schon hier zu entscheiden, ob es sich überhaupt lohnt, weiter zu lesen.

Aber es ist anders. Ich bin erstmal froh, diese Hemmung vor einem leeren Blatt überwunden zu haben. So wie Heinrich von Kleist sich äußert über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden, so schreibe ich hier über eine allmähliche Verfertigung meiner Gedanken beim Schreiben.

Der Titel verspricht ja so etwas wie eine Reise, eine Gedankenreise. Ich lade Sie ein, mich zu begleiten. Ich liebe Reisen und überdies ist es eine wunderschöne Metapher.

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Von den Bakterien zu Bach – und zurück

Daniel Clement Dennett ist Professor für Philosophie und Direktor des Zentrums für Kognitionswissenschaft an der legendären Tufts University. Aus dieser philosophischen Perspektive postuliert er: „Der Mensch ist ein Wesen, das sich im Prozess der natürlichen Evolution in der Tierwelt entwickelt hat.“ Demnach sollte es in Bezug auf das Wesen von Menschen nichts Mystisches geben, alle Aspekte des menschlichen Seins sollten mit Naturwissenschaften plausibel erklärbar sein.

Da sich mit Genselektion allein die menschliche Kultur nicht erklären lässt, ist Dennett auch zu einem populären Vertreter des Memkonzepts geworden. Meme sind seine Analogie zu Gene, nur halt in der kulturellen Evolution.

Mein Fazit: Wer intellektuelle Klimmzüge, neue Gedankengänge und spannende Geschichten mag, wird an der Lektüre viel Freude haben.

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Die getrennte Gesellschaft im Spiegel des Selbst

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von Gabriele Guthmann. Sie betreibt eine Praxis für Psychologische Beratung, spirituelle Energiearbeit und Bewusstseinscoaching und lebt in Rheinland-Pfalz.

Unsere Gesellschaft ist einer zunehmenden Polarisierung unterworfen, gemäß einer aktuellen Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung. Der Blick auf die Entwicklung der deutschen Gesellschaft zeigt seit der Jahrtausendwende ein immer stärker werdendes Ungleichgewicht im internationalen Vergleich mit Ländern wie Schweden oder Dänemark.

Ein Ungleichgewicht der Einkommensstrukturen, politische und ökonomische Unsicherheiten führen zum Erleben unterschiedlicher Wahrheiten unserer gesellschaftlichen Werte. Eine Gesellschaft, die sich über Jahrzehnte auf Sicherheit und Stabilität ausruhen durfte, gerät zunehmend in die Orientierungslosigkeit. Daraus resultieren Verlustangst, Aggression, Überforderung und das Gefühl, von anderen getrennt zu sein.

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Digitale Nomaden – die Herde zieht weiter

Informationen zeitnah und über große Distanzen austauschen zu können, ist seit jeher der entscheidende Antrieb für neue Kommunikationsformen. Meist wurden dabei ältere Praktiken in den Hintergrund gedrängt und im Laufe der Zeit dann – „vergessen“. Interessante Migrationspfade der Kommunikation finden sich allenthalben, mit kritischem Blick (und leichtem Entsetzen) schauen dabei Erwachsene bevorzugt auf das Kommunikationsgebaren ihrer Kinder, bzw. der heutigen Jugend. Und da haben wir´s – ohne Handy, SMS und WhatsApp kann man sich diese Kids doch kaum noch vorstellen!?

Dabei sind diese Kommunikationsmittel und -formen doch nur die logische Weiterentwicklung von früheren Kommunikationsformen wie Brieftauben, Postkarten, Stammtisch und Depesche. Die übrigens zu „ihrer Zeit“ genauso angeprangert wurden wie Twitter, Facebook und Co. Neue Konnektivität und veränderte Kommunikation in der Gesellschaft ist weder Grund zur Panik noch ist es verpflichtend, sich dort einzureihen. Denn, es ist was es ist – neue Technik – mit Vorteilen, Vor-Urteilen, Trends und der Notwendigkeit, sich damit auseinander zu setzen.

Dazu gehört auch die digitale Nomadenszene als neue, hippe Arbeitsform für junge Leute. Wie Wanderarbeiter und der Pony-Express verändert sie die Konnektivität und schafft neue Arbeitsplätze. Doch gleichzeitig entstehen auch neue Probleme, über die meist nicht so gerne gesprochen wird. Wir schauen uns in diesem Beitrag einmal Selbstverständnis und daraus resultierende Probleme an.

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Den Spiegel vorhalten

HR-Business Partner – der moderne Hofnarr in Unternehmen?

Dies ist ein Beitrag unseres Gastautors Christoph Henties. Christoph hat bereits im Juni dieses Jahres den Dreiteiler „Organisationen lernen Jazz“ bei uns veröffentlicht. Wir freuen uns sehr, dass er in dieser Woche wieder dabei ist.

Kürzlich in einem Gespräch mit einer erfahrenen, engagierten Personalmanagerin zitierte diese eine Aussage ihrer Vorgesetzten: „Unsere Aufgabe im HR-Bereich ist, ausschließlich Entscheidungen und Maßnahmen des Vorstands umzusetzen.“

Ich spürte sichtlich die einschränkende Wirkung dieser obrigkeitstreuen Äußerung auf meine Gesprächspartnerin. Die Enttäuschung darüber, nicht mit eigenen Ideen konstruktiv kreative Personalarbeit für die Mitarbeiter und die Organisation zu gestalten, war überdeutlich spürbar.

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I’ve got you under my skin

Jazz und Teamorganisation

Jazzmusiker entwickeln eine Idee vom eigenen Sound, einen musikalischen Ausdruck und einem Ideal des Zusammenspielens. Der Wert besteht darin, die persönliche Vision der unverkennbaren Klangfarbe aus der eigenen Mitte zu entwickeln und ins Außen zu spielen. So entsteht ein Repertoire gemeinsamer Klangvorstellung und Musikverständnis.

Führungskräfte kennen den Dreiklang aus Vision, Mission und Strategie und finden darin die eigene Note. Dazu gehört die klare Vorstellung über Zusammenarbeiten und ein Führungsverständnis, um die Arbeitskultur gemeinsam mit Teams und Mitarbeitern zu gestalten.

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