Wie die Geschäftsstelle zu einem ganzen Raum voll Sekt kam…

(Dieser Beitrag ist eine Gemeinschaftsproduktion der Harlekine RGE und BCO.)

RGE: Bei uns in der Geschäftsstelle wurde gerne gefeiert. Gute Abschlüsse zum Beispiel, oder auch neue Kunden. Mit Sekt.

Manchmal liefen die Geschäfte sogar deutlich besser als erwartet. Aus Sicht der Leitung war das gar nicht so sehr beliebt, denn unsere Geschäftsstellen waren als Profitcenter organisiert. Der allgemeine Anspruch an Wachstum des Geschäfts lag pro Jahr so bei 5%. Waren es tatsächlich mehr, erhöhte das automatisch die Ansprüche an das Folgejahr.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten den Gewinn im aktuellen Jahr zu schmälern. Zum Beispiel über die Erhöhung der Kosten. Aber was tun, wenn schon die IT-Hardware erneuert ist und auch die Möbel? Genau. Sekt kaufen. Und zwar so viel, dass ein ganzer Abstellraum damit gefüllt werden konnte.

Interne Konkurrenz macht uns kostenbewusster und besser

BCO: Bei uns kam auch eine Umstellung auf Profitcenter, da die Mitarbeiter angeblich wenig Kostenbewusstsein hatten. Geschäftsstellenleiter wurden mit Prämien gelockt, wenn sie das Ergebnis ihrer Einheit verbesserten.

Die Folge war, dass manche Kunden überrascht wurden, als verschiedene Einheiten unseres Unternehmens für denselben Auftrag unterschiedliche Angebote einreichten.

Eine weitere war, dass intern angebotene Dienstleistungen oder sogar Einsätze für „fremde“ Einheiten zum Marktpreis bezahlt werden mussten. Da manche externen Anbieter kostengünstiger waren, haben sie oft den Zuschlag bekommen, denn in der Bilanz einer Einheit sah das besser aus -auch wenn das Gesamtergebnis dadurch schlechter wurde.

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Autor: rge

Hallo, ich bin Rüdiger Geist, der rge.harlekin vom Zürichsee. Als Politikwissenschaftler verlor ich sehr schnell den Glauben an Rationalität und den homo oeconomicus. Also suchte ich mir was Handfesteres und Logischeres: die Informatik. Feste Regeln, unmittelbares Feedback vom Compiler und nicht viel mit Menschen zu tun haben. Ihr erahnt es schon, es kam ganz anders. Schnell wurde ich zum Projektleiter ernannt, hörte sich auch toll an, wusste aber nicht so genau was das eigentlich ist. So nach etwa drei Jahrzehnten im Umfeld von Projekten meine ich nun zu wissen worum es da geht und so trage ich nun meine Erkenntnisse seit 2005 mittels eigenem Unternehmen in die Welt hinaus, ja sogar in die EU. Es gibt so viele schöne Zitate, die die unterschiedlichsten Facetten des Projektmanagements beschreiben und ich nutze sie gerne. Aber das beste stammt natürlich von mir selbst: Der Zweck des Projektmanagement ist «no surprises».

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