Taxi nach Kalau

Liebe Fans des Harlekins, ich gestehe, über den Sommer habe ich mein Bildungsauftrag vernachlässigt und keine „Geschichten die das Leben schreibt“ im Rahmen unseres Blocks veröffentlicht. Das wird sich ab sofort wieder ändern, gegen Winterblues und coronale Tin-Foil-Theorien hilft Lachen über skurile Geschichten am besten.

Den Titel habe ich an Tetsches Rubrik “Neues aus Kalau” angelehnt, ihm würde zu der folgenden Erzählung zweifellos auch ein passender Cartoon einfallen. Kurz, in der folgenden Geschichte geht es um Ausländer an fremden Orten, seltsame Straßen und einen genervten Taxifahrer.

Die Geschichte beginnt bei Pawel in Wiesbaden, mit dem ich nun schon seit mehr als 25 Jahren befreundet bin. In den späten 90ern bekam er Besuch von zwei Freunden aus seiner Heimat Polen, die ihm während ihres „Urlaubs“ bei seinen handwerklichen Tätigkeiten helfen wollten. Da sie der deutschen Sprache nicht mächtig waren, verbrachten sie ihre ganze Freizeit gemeinsam mit Pawel in der näheren Umgebung. Sie fuhren gemeinsam auf seine Baustellen, machten Abends gemeinsam ein Bier auf, gingen angeln und legten zusammen Würstchen auf den Grill. 

Gerne wollten sie sich auch Frankfurt anschauen, aber mein Freund Pawel konnte sich für eine Tour nach/durch Frankfurt am Main nicht begeistern, schliesslich kann man am Rhein in Wiesbaden auch alles kaufen. Eines Tages wurde aber der Wunsch der beiden Polen, doch noch die große Metropole Frankfurt zu sehen, übermächtig und sie beschlossen, die große Stadt alleine zu besuchen. Pawel stand freundschaftlich dabei, machte Vorschläge für die Anreise und gab Empfehlungen zum Sight-Seeing. Unmittelbar vor dem Start gab es noch eine pragmatische Empfehlung.

Pawel: „Sobald Ihr angekommen seid und das Auto abgestellt habt, geht zur nächsten Straßenecke und schreibt Euch den Straßennamen auf. Solltet Ihr Euch dann verlaufen oder den Standort nicht mehr finden, geht zu einem Taxifahrer, zeigt ihm den Zettel und lasst Euch an Euer Ziel bringen.“ 

Soweit so gut, die beiden starteten und hatten bestimmt auch Spaß in der großen Stadt. Gegen 2:00 morgens geht allerdings das Telefon von Pawel und sein alter Freund Oleg ist dran. Oleg steht in Frankfurt mit einem Taxifahrer, der ihn partout nicht zu dem Ort auf dem Zettel fahren will, Oleg versteht die Welt nicht mehr und bittet seine Freund Pawel, mit dem Taxifahrer auf deutsch zu reden und die Situation zu klären. Pawel bekommt den Taxifahrer an das Telefon:

Pawel: „Guten Abend, warum wollen sie meine Freunde nicht fahren? Haben sie etwas gegen Polen? Die haben Geld und die bezahlen sie auch.“

Taxifahrer: „Nein ich habe nichts gegen Polen, aber ich kann sie nicht fahren – nicht so, wie es auf dem Zettel steht.“

Pawel: „Wieso – was steht denn auf dem Zettel?“

Taxifahrer: „Einbahnstraße !!“

Wer nun glaubt, so etwas könnte ihm nicht passieren, der liegt bedenklich falsch. Spätestens bei einem Urlaub in einem asiatischen Land könnte das jedem passieren. In Peking wird selbst die Fahrt mit der U-Bahn zum Abenteuerurlaub, alle Stationen sind mit chinesischen Schriftzeichen ausgezeichnet und mit Englisch kommt man dort nicht weit.

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