Raus aus der Komfortzone?!

Komt-for Zone

Als Internetbenutzer hat man es heute nicht immer einfach, da steht häufig die Frage im Raum: Komfort oder Sicherheit oder Vertrauen oder oder oder…?

Vor kurzem habe ich einen Newsbeitrag (und dann noch einen und noch einen) gelesen, der mir das nochmal verdeutlicht hat und bei dem ich mir gleich wieder die Frage gestellt habe, warum es so weit kommen musste. Es geht um das Thema RSS, ein offenes Protokoll für die Nachrichtenverteilung resp. -Subskription. In Zeiten von sozialen Medien hat diese Technologie ordentlich gelitten und vermeintlich viele haben sich dem Komfort von Plattformen hingegeben, die per Algorithmus resp. anhand der zurückliegenden „Likes“ entscheiden, was es zu lesen gibt.

Bei RSS muss man das noch selbst machen und sich die Seiten raussuchen, die man lesen will und dann „subscriben“ – ähnlich wie in einem Abo bei einer Zeitung. Alles frei Haus, kostenlos (ach Mist, werden sich jetzt einige denken, die alles immer zu Geld machen wollen) und zielgerichtet auf die eigenen Wünsche. Aber man muss halt selbst ran, kein Komfort. Und ich erfreue mich jahrelang dieser wundervollen Möglichkeit, auf jedem Gerät, zu jeder Zeit wann ich will die Nachrichten zu lesen, die MICH interessieren und dann kommt da so ein Abgesang daher.

Daraus wurde dann auch dieser Artikel, in der Hoffnung etwas Werbung für RSS machen zu können. – Nein im Ernst, das eigentlich erschütternde daran sehe ich aber nicht nur hier, sondern an vielen Fronten der Kommunikation: Slack statt E-Mail, Whatsapp statt SMS, Amazon statt lokaler Geschäfte, Facebook statt …

 Wir alle haben aus einem früher mal freien Internet, mit der Möglichkeit alles mit jedem frei zu verknüpfen, Plattformen werden lassen. Diese sind jedoch mit Abhängigkeit verbunden und kennen oft nur einen Sieger (in der Regel den Betreiber der letzten Plattform, der den Konkurrenzkampf vorher gewonnen hat). Keine Interoperabilität, keine (oder selten) offene Schnittstellen, weniger Vielfalt und der sogenannte Vendor Lock-In sowie jede Menge weiterer Nachteile – und alles nur wegen? Ach ja Komfort – unter anderem.

Aber gut, alles Klagen nützt ja nüscht und ich selbst benutze auch einige dieser Plattformen. Vielleicht gelingt es ja doch, uns das eine oder andere zu erhalten. Beispielsweise haben wir Harlekine diese Diskussion zu den Möglichkeiten der Subskription auch anfangs geführt. Wir haben uns damals für Newsletter und RSS entschieden, beides ist bei uns möglich und steht jedem zur Verfügung. Und zu den oben genannten Plattformen gibt es Alternativen, man muss sie nur suchen – und am Ende lernt man sogar noch was dabei. 😉

Bildquellen

  • Komfortzone_Futura: uto

2 Gedanken zu „Raus aus der Komfortzone?!“

  1. Ja, irgendwie schade. Aber es passt zu unserer Zeit, die schon eine ganze Weile diese seltsamen Blüten treibt. Die eigene, individuelle Bequemlichkeit ist der Motor für Entwicklungen, die wir „eigentlich“ im sozialen Kontext ablehnen. In den 80ern wurde in allen Dörfern der Niedergang der Tante-Emma-Läden bedauert, am lautesten von Personen die ihren regelmässigen Bedarf beim damals führenden ALDI gedeckt haben. In den HiFi-Läden der 90er wurde gerne guter Rat und Fachwissen abgeholt aber anschliessend wurde billigst gekauft im: „Ich-bin-doch-nicht-blöd“ Media-Markt oder „Geiz-ist Geil“ Saturn.
    Die sich abzeichnende Entwicklung mit Amazon und den verbliebenen Einzelhändlern in den doch ziemlich teuren Innenstädten sehe ich gelassen entgegen. Virtuelle Realität erspart uns in absehbarer Zeit den Stau in die City und „künstliche Intelligenzen“ im Kühl- und Kleiderschrank wissen sowieso besser was wir wirklich brauchen. Dann haben wir endlich Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – nur, was war des denn noch? Vielleicht mal wieder was lesen auf Facebook – oder -oder ?

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