Die Frage nach dem Warum und Wofür …

… und damit meine ich nicht den philosophischen Aspekt dieser Sinnfrage, sondern den dritten Teil meiner Serie Blockchain und Kryptowährungen (zurück zu Teil 1 und Teil 2). Im Grunde bin ich ja noch ein paar Probleme schuldig, die mit der Technologie Blockchain lösbar wären[1].

Wofür?

Ein Beispiel, das mit Hilfe von Blockchain-Technologie gelöst werden kann, ist die Herstellung von Sicherheit und Vertrauen in unsicheren Netzwerken. Klingt komisch, lässt sich aber wie folgt erklären: Wenn Daten bspw. in einer Lieferkette ausgetauscht werden, dann kenne ich als Beteiligter nicht unbedingt alle an der Lieferkette beteiligten Unternehmen, sondern in der Regel nur den direkten Vorgänger und Nachfolger. Und wenn man sich nicht kennt, wie soll man sich da vertrauen können? Ein Ansatz wäre hier, eine Instanz auszuwählen, die den Ordnungshüter gibt und der alle an der Kette beteiligten vertrauen. Die Älteren unter uns erinnern sich: früher die klassische Aufgabe des Staates[2]

Aber zurück zum Thema: In der Blockchain kann jede Information fälschungssicher abgelegt werden, und zwar verteilt – damit entfällt die zentrale Rolle eines Ordnungshüters, dem alle vertrauen müssen.

Jetzt zum Beispiel: Medikamentenfälschung.

Warum?

Warum Medikamente gefälscht werden, muss ich hier wohl nicht erläutern, aus meiner Sicht steht hier hauptsächlich Profitgier im Vordergrund. Auch aus Deutschland kennt man einen Fall, der für einige Aufregung gesorgt hat: Ein Apotheker aus Bottrop hat gefälschte Krebsmedikamente verkauft[3]. Man geht also in eine Apotheke und kauft sich ein Medikament, muss hier aber vollkommen dem Apotheker vertrauen. Oder dem Hersteller und Lieferanten, von dem der Apotheker die Präparate bezieht. Viele Möglichkeiten für Fälschung und Manipulation, zum Leidtragen derjenigen, die auf Hilfe hoffen.

Wie?

Jetzt zur spannenden Frage: Wie kann man Objekte der wirklichen Welt (Verpackung und Wirkstoffe von Medikamenten) mit Daten aus einer Blockchain verbinden? Ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung, aber als Harlekin muss ich dieses Detail Mephisto sei Dank nicht kennen, und auch die daran Beteiligten sagen noch nicht viel über die konkrete Lösung – ist ja auch noch etwas früh.

… Ok – Nachschlag

Gut, den letzten Absatz kann man ja so nicht stehen lassen. Also, wie könnte man den Realwelt-Anteil (unversehrte Verpackung und Inhalt) mit dem IT-Anteil (Blockchain) verbinden? Ein Variante, die mir einfällt, sieht wie folgt aus: Man erzeugt einen QR-Code, der eine eindeutige ID enthält, und bringt diesen auf die Verpackung (auf den Innenteil, wo die Pillen drinstecken, damit nicht einfach die Pappe ausgetauscht werden kann). Hinter diesem QR-Code versteckt sich eine Webadresse. Beim Verpacken, Verkauf und jedem anderen relevanten Schritt in der Lieferkette wird der Code gescannt und so online in der Blockchain festgehalten, wann und wo diese Aktion ausgeführt wurde. Damit kann der Endverbraucher zuhause dann per App auch den QR-Code scannen, alle Schritte der Lieferkette nachverfolgen und prüfen, ob der Verkaufszeitpunkt und -ort passen.

Und wenn das jetzt genau so implementiert wird, verlange ich eine Beteiligung.


[1] Übrigens wähle ich ganz bewusst diesen Weg, erst die Technologie und das Potential zu beschreiben und dann mögliche Lösungen. Dies ist zwar eines der Probleme dieses Hypes. Aber vielleicht ist es nötig mit Dingen, die so neu und für viele schwer verständlich sind. Vor 10 Jahren hätte ja auch niemand Sinn darin gesehen, gleich mehrfach für Streaming-Dienste zu bezahlen, wo die meisten ja schon Probleme mit der GEZ haben.

[2] Das lasse ich mal unkommentiert und unbewertet, ich bin aber gespannt auf Eure Kommentare, ob das noch immer so ist und in welchen Bereichen diese Vorstellung gerade angekratzt wird.

[3] https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-07/bottrop-apotheker-krebsmedikament-haftstrafe-landgericht-essen 

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