Das Harlekin Prinzip (nach Rudolf Münz)

Rudolf Münz 1931-2008 (Theaterwissenschaftler)
1962- 1966 Direktor des Instituts für Theaterwissenschaften,
Humboldt Universität Berlin

Rudolf Münz leitet aus den Eigenschaften des Harlekins eine zeitlose Bedeutung der Figur ab und betrachtet das Phänomen Harlekin vor dem Hintergrund der Theaterentwicklung ab  dem 13. Jahrhundert.

Der Harlekin wird in diesem Beitrag zuallererst als „Der Genius des Lebens“ beschrieben: Der Harlekin nimmt purzelbaumschlagend den Marktplatz der Welt für sich ein.

Münz thematisiert das Verschwinden der Harlekinfigur mit Beginn der Industrialisierung und spannt den Bogen bis in die heutige Zeit. Er stellt Vermutungen darüber an, was wohl mit der Aufklärung bereits begonnen hat: Die Verbannung des Harlekins, der keinen Platz hat in einer von Wirtschaftswachstum, Konsum und Regelwerken bestimmten Welt. Münz erkennt jedoch die Zeitlosigkeit des Phänomens und gibt ihm den Namen „Harlekin-Prinzip“. Wie aber können Charaktereigenschaften einer Bühnenfigur zu einem Prinzip werden?

Zusammengefasst geht es um das subversive Einwirken der Harlekinfigur auf Ordnungsstrukturen der Welt, ermöglicht durch sein rastloses Umherspringen zwischen Ebenen, Rollen und gegensätzlichen Polen. Der Harlekin vermag zu spielen, und zwar mit allem: Mit Fiktion und Wirklichkeit, mit Gut und Böse, mit Recht und Unrecht. Durch dieses Spiel schafft er Räume und öffnet Türen, die Kreativität und Utopien einlassen. Er ist der Meister der permanenten Wandlung und des Auflachens. Er ist der Drahtzieher des Lebens und erhält die schöpferische Kraft der Zwischenräume.

 – https://de.wikipedia.org/wiki/Harlekin

Bildquellen

  • 1970 Harlekin Stamp 01: uto
  • Tragödie & Kommödie: uto

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