Die Resilienz des Truthahns an Thanksgiving

Es gibt ein weiteres Zauberwort in der magischen Welt des Projektmanagements: Resilienz. Zumindest ist das mein Eindruck, basierend auf der Nennungshäufigkeit in Blogs wie diesem, Fachportalen, Artikeln und so weiter. Ob IPMA oder PMI, überall taucht der Begriff als zentrale Fähigkeit zur Führung von Projekten, aber auch als Projekteigenschaft auf. Wikipedia definiert Resilienz als «psychische Widerstandsfähigkeit». Eine kurze Internetrecherche zeigt, dass hier kein Klischee ausgelassen wird und dass beim Buzzword-Bingo keine Freude aufkommt, weil immer zu schnell einer Bingo rufen kann.

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Machen viele Chief x Officer eine Organisation intelligenter?

Auf diese Frage stieß ich, als mir in den Medien auffiel, dass immer häufiger von mehr Chief Officers berichtet wurde als dem schon vertrauten CEO als Chief Executive Officer. An CFO und COO habe ich mich inzwischen auch gewöhnt. Doch mit Chief Knowledge Officer, Chief Learning Officer, Chief Digitalization Officer kommen mir doch so langsam Bedenken, wo eine solche Entwicklung hinführen könnte. Inzwischen spricht man schon von der C-Suite, wenn man die Geschäftsführungsebene meint. Noch vor nicht allzu langer Zeit überschwemmten Vice Presidents die Teppichetagen. Was wird folgen? In der Wikipedia (Stand 05.05.2020) sind gut 50 CxOs aufgeführt. Erstaunlicherweise kein Chief Project Officer. Warum eigentlich nicht? Ihn findet man zumindest auf den Webseiten der internationalen Projektmanagementorganisationen. Na ja….

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Das Bessere ist der Feind des Guten.

Nur Unternehmen, die sich fortwährend in Frage stellen und den Mut haben, Neues zu entdecken und neue Wege zu gehen, bleiben stabil. Das Konzept der „Schöpferischen Zerstörung“ von Joseph Schumpeter ist aktueller denn je!

Wer hat den Mut dazu?

(Dieses Schild hing am Zaun einer Großbaustelle an der Central Station in Coventry.)

Sex, Drugs and Corona (Teil 2)

Anmerkung der Redaktion: Dieses sympathische Tier haben wir Ihnen bereits in 2019 mit dem Beitrag „Blamen, aber richtig“ vorgestellt. Für den folgenden Text fanden wir es passend, unseren „Sündenbock“ noch einmal aus dem Archiv zu holen!

Nachdem in Teil 1 dieses Werkes endlich die perfiden und demokratiefeindlichen Machenschaften um die Grossbrauereien-Mafia schonungslos aufgedeckt wurden, nun die angekündigte Fortsetzung.

Was hat Sars-Cov2 mit Schuld zu tun? Die Antwort lautet kurz und knackig: ich hege eine Vermutung.

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Home-Office in Quarantäne

Bisher arbeiteten einige Kollegen von mir im Home-Office, weil sie das selbst gern wollten (und manchmal musste bei deren Führungskräften erstmal Überzeugungsarbeit dafür geleistet werden). Wer den Management-Segen bekam, gab sich dann besondere Mühe, von zu Hause aus genauso professionell aufzutreten wie im Büro – oder sogar noch professioneller. Der Webcam-Hintergrund wurde auf verräterische Elemente überprüft, die Schlüsse auf das Privatleben zulassen könnten, und auch etwaige akustische Störungen wurden eliminiert. Lieber bei geschlossenem Fenster schwitzen als riskieren, daß der Krach der nahen Kirmes durch das Telefon dringt.

Und dies alles ist – zumindest nach meiner Erfahrung – auf einmal ganz anders…

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Einfach? Kompliziert? Komplex? Oder schon chaotisch?

Kann das Cynefin-Modell in der Beziehung helfen?

Schon vor einer ganzen Weile erlangte das Cynefin-Modell einen erklecklichen Bekanntheidsgrad. Dabei geht um die Typologie eines Systems oder Vorhabens, das einen Anhaltspunkt bietet, welche Art von Erklärungen und/oder Lösungen zutreffen bzw. hilfreich sein könnten.

Das Modell teilt in die vier Kategorien einfach, chaotisch, komplex und kompliziert auf.

Nun nutze auch ich von Zeit zu Zeit eine dieser Plattformen, wo wir die Möglichkeit haben, anderen Menschen etwas (über uns) mitzuteilen. Auf nun genauer dieser einen wurde mir mitgeteilt, dass sich bei einer mir bekannten Person hinsichtlich ihres Beziehungsstatus eine Änderung ergeben und dieser sich in „kompliziert“ geändert hätte.

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Agililly – ein Notfall

Eins noch vorweg: Da wir inzwischen Unternehmen, Organisationen als lebende Organismen versuchen besser zu verstehen, reizte mich an dieser Glosse, aus der höchst aktuellen und mit viel Aufwand angestrebten Eigenschaft der Agilität eine Person werden zu lassen – Agililly. Mit dem steten unverzichtbaren Begleiter und Wegbereiter Scrummy in der Rolle des Scrum Masters – ein meist überforderter und oft ungehörter Evangelist für die erforderlichen Prinzipien und Praktiken. Dass sich die Szene im Krankenhaus abspielt, sollte eigentlich nicht verwundern.

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Strategien fühlen – mit Hingabe und Leidenschaft gegen blindes Vertrauen

Verfasser dieses Beitrags ist unser Gastautor Christoph Henties.

Ein Refrain zur Strategie

„Gespürt ist nicht erkannt.

Erkannt ist nicht formuliert.

Formuliert ist nicht verkündet.

Verkündet ist nicht verstanden.

Verstanden ist nicht einverstanden.

Einverstanden ist nicht angewandt.

Angewandt ist nicht beibehalten.

Beibehalten ist nicht gespürt.

Gespürt ist nicht …“

Ob man nun Jazz- oder Klassikliebhaber ist, pulsierenden Swing oder gefühlvolle Balladen liebt, jeder kann den obigen Refrain, das „Lied der Strategie“, auf seine Weise musikalisch intonieren. Und in der Regel klingen ja Harmonien und Lieder, besonders wenn man diese mag, wie ein Ohrwurm in der Erinnerung – spielen sich sozusagen von selbst vor dem „geistigen Ohr“ fast unfreiwillig wiederkehrend ab. Wie schön, wenn diese Metapher auch für die umfangreich erarbeiteten strategischen Planungen in den Unternehmen gelten würde.

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Betreiben Sie Risikomanagement oder Selbstbetrug auf hohem Niveau? (2)

Sind die allseits gängigen Ansätze zum Risikomanagement in Projekten noch zeitgemäss?

Ich meine nein.

In einer Welt, in der täglich mehr Wandel stattfindet als im gesamten 1880, ist die nahezu ausschliessliche Ausrichtung auf das Bekannte und Erlebte de facto pure Überheblichkeit, gepaart mit Ignoranz (und das gilt auch für die Zentralschweiz).

Auch iterative Ansätze wie Scrum, denen zurecht nachgesagt wird, für schnellen Wandel und hohe Komplexität besser geeignet zu sein, liefern nur teilweise konkrete Antworten. Kürzere Sprints und Transparenz über den Zustand der Lieferergebnisse sind sehr hilfreich, machen aus einem Truthahn aber noch keinen Seher.

Aber wie können wir uns in Projekten so aufstellen, dass wir besser auf „unknown unknowns“ vorbereitet sind, bzw. vielleicht sogar Positives aus ihnen schöpfen?

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