Organisationsentwicklung als Lebenskunst

„Die größte Gefahr in Zeiten des Umbruchs ist nicht der Umbruch selbst,
es ist das Handeln nach der Logik von gestern.”
(Peter Drucker)

Organisationen sind lebende Systeme

Dem muss nicht jeder zustimmen, für mich ist es aber eine wichtige Erkenntnis geworden. Um die Pointe meines Artikels nachvollziehen zu können, erläutere ich kurz meinen Ausgangspunkt: Eine erste wichtige Entscheidung für mich war, mein Bild von Organisationen zu revidieren. Meinen langjährigen Arbeitgeber hatte ich als eine mehr oder weniger gut geölte Maschinerie erlebt. Doch dieses Bild bröckelte schließlich, als diese Organisation sich restrukturieren musste, um sich in einem kompetitiven Umfeld zu behaupten.

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Spannung in der Mitte

Autor des folgenden Beitrags ist Michael Clark.  Jetzt, im Ruhestand, verfolgt er ein lebenslanges Interesse an Kommunikation.  Dies führte ihn zu Sprachstudien, zum Unterrichten von Sprache und trug viel zu seiner Arbeit als Business-Analyst bei.  Er hat die meiste Zeit seines Lebens in multikulturellen und mehrsprachigen Umgebungen in verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet – zurzeit in Kalifornien.

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Godot in der Warteschlange (Teil 2)

Warten und Projekte

Wie bereits im ersten Teil ausgeführt, bringt die Ablösung des Wartens vom Stimulus Ungewissheit im Hinblick auf die Eintrittswahrscheinlichkeit mit sich, was durch zeitliche Ausdehnung noch gesteigert wird.

Ein Beispiel: Im Projekt wird erkannt, dass die Komplexität deutlich höher als erwartet ist, was per se eine erhöhte Wahrscheinlichkeit des Scheiterns mit sich bringt. Die sogenannte ‘Entgrenzung’, also die dem Menschen vorbehaltenen Ressourcen beim Warten, umfasst nach aktuellem Forschungsstand Handlungsfreiheit, Selbststimulierung, zeitliche Reichweite und Kommunizierbarkeit.

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Lob der Pause (Teil 2)

Lassen Sie sich doch mal gehen…

Ist „gehen lassen“ nicht ein wunderbarer Ausdruck? Gerade für den Hefeteig hat er besondere Bedeutung. Nur dann, wenn ein Hefeteig lang genug geht, er also in aller Ruhe vor sich hin blubbern kann, wird er wachsen (im Idealfall sogar sein Volumen verdoppeln und verdreifachen)  und sich dadurch zur Grundlage für ein leckeres Brot oder einen besonderen Kuchen entwickeln. Wenn man ihm keine Ruhe gönnt, wird das Brot fest, niedrig und manchmal innen sogar feucht. Ich habe viele Brote gebacken – glauben Sie mir, so ein Brot wollen Sie nicht essen.

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Lob der Pause (Teil 1)

Manchmal bin ich schon am Morgen müd…

Als ich kurz vor Weihnachten eine Kundin (Führungskraft in einem deutschen Konzern) zum Coaching traf, erzählte sie mit müdem Gesichtsausdruck: „Gestern habe ich von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr durchgehend virtuelle Meetings oder Telefonate gehabt und keine einzige Pause! Und das nicht zum ersten Mal.“ Und wenn internationale Zeitverschiebungen dazu kommen, können die ersten Sitzungen auch noch früher anfangen und die letzten sehr spät enden. Ich habe sie gefragt, warum sie das mit sich machen lasse. Darauf schaute sie mich erstaunt an, weil sie gar nicht darüber nachgedacht hatte, ob daran irgendetwas falsch sei.

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Die Resilienz des Truthahns an Thanksgiving

Es gibt ein weiteres Zauberwort in der magischen Welt des Projektmanagements: Resilienz. Zumindest ist das mein Eindruck, basierend auf der Nennungshäufigkeit in Blogs wie diesem, Fachportalen, Artikeln und so weiter. Ob IPMA oder PMI, überall taucht der Begriff als zentrale Fähigkeit zur Führung von Projekten, aber auch als Projekteigenschaft auf. Wikipedia definiert Resilienz als «psychische Widerstandsfähigkeit». Eine kurze Internetrecherche zeigt, dass hier kein Klischee ausgelassen wird und dass beim Buzzword-Bingo keine Freude aufkommt, weil immer zu schnell einer Bingo rufen kann.

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Machen viele Chief x Officer eine Organisation intelligenter?

Auf diese Frage stieß ich, als mir in den Medien auffiel, dass immer häufiger von mehr Chief Officers berichtet wurde als dem schon vertrauten CEO als Chief Executive Officer. An CFO und COO habe ich mich inzwischen auch gewöhnt. Doch mit Chief Knowledge Officer, Chief Learning Officer, Chief Digitalization Officer kommen mir doch so langsam Bedenken, wo eine solche Entwicklung hinführen könnte. Inzwischen spricht man schon von der C-Suite, wenn man die Geschäftsführungsebene meint. Noch vor nicht allzu langer Zeit überschwemmten Vice Presidents die Teppichetagen. Was wird folgen? In der Wikipedia (Stand 05.05.2020) sind gut 50 CxOs aufgeführt. Erstaunlicherweise kein Chief Project Officer. Warum eigentlich nicht? Ihn findet man zumindest auf den Webseiten der internationalen Projektmanagementorganisationen. Na ja….

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Das Bessere ist der Feind des Guten.

Nur Unternehmen, die sich fortwährend in Frage stellen und den Mut haben, Neues zu entdecken und neue Wege zu gehen, bleiben stabil. Das Konzept der „Schöpferischen Zerstörung“ von Joseph Schumpeter ist aktueller denn je!

Wer hat den Mut dazu?

(Dieses Schild hing am Zaun einer Großbaustelle an der Central Station in Coventry.)

Sex, Drugs and Corona (Teil 2)

Anmerkung der Redaktion: Dieses sympathische Tier haben wir Ihnen bereits in 2019 mit dem Beitrag „Blamen, aber richtig“ vorgestellt. Für den folgenden Text fanden wir es passend, unseren „Sündenbock“ noch einmal aus dem Archiv zu holen!

Nachdem in Teil 1 dieses Werkes endlich die perfiden und demokratiefeindlichen Machenschaften um die Grossbrauereien-Mafia schonungslos aufgedeckt wurden, nun die angekündigte Fortsetzung.

Was hat Sars-Cov2 mit Schuld zu tun? Die Antwort lautet kurz und knackig: ich hege eine Vermutung.

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Home-Office in Quarantäne

Bisher arbeiteten einige Kollegen von mir im Home-Office, weil sie das selbst gern wollten (und manchmal musste bei deren Führungskräften erstmal Überzeugungsarbeit dafür geleistet werden). Wer den Management-Segen bekam, gab sich dann besondere Mühe, von zu Hause aus genauso professionell aufzutreten wie im Büro – oder sogar noch professioneller. Der Webcam-Hintergrund wurde auf verräterische Elemente überprüft, die Schlüsse auf das Privatleben zulassen könnten, und auch etwaige akustische Störungen wurden eliminiert. Lieber bei geschlossenem Fenster schwitzen als riskieren, daß der Krach der nahen Kirmes durch das Telefon dringt.

Und dies alles ist – zumindest nach meiner Erfahrung – auf einmal ganz anders…

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