Agililly – ein Notfall

Eins noch vorweg: Da wir inzwischen Unternehmen, Organisationen als lebende Organismen versuchen besser zu verstehen, reizte mich an dieser Glosse, aus der höchst aktuellen und mit viel Aufwand angestrebten Eigenschaft der Agilität eine Person werden zu lassen – Agililly. Mit dem steten unverzichtbaren Begleiter und Wegbereiter Scrummy in der Rolle des Scrum Masters – ein meist überforderter und oft ungehörter Evangelist für die erforderlichen Prinzipien und Praktiken. Dass sich die Szene im Krankenhaus abspielt, sollte eigentlich nicht verwundern.

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Strategien fühlen – mit Hingabe und Leidenschaft gegen blindes Vertrauen

Verfasser dieses Beitrags ist unser Gastautor Christoph Henties.

Ein Refrain zur Strategie

„Gespürt ist nicht erkannt.

Erkannt ist nicht formuliert.

Formuliert ist nicht verkündet.

Verkündet ist nicht verstanden.

Verstanden ist nicht einverstanden.

Einverstanden ist nicht angewandt.

Angewandt ist nicht beibehalten.

Beibehalten ist nicht gespürt.

Gespürt ist nicht …“

Ob man nun Jazz- oder Klassikliebhaber ist, pulsierenden Swing oder gefühlvolle Balladen liebt, jeder kann den obigen Refrain, das „Lied der Strategie“, auf seine Weise musikalisch intonieren. Und in der Regel klingen ja Harmonien und Lieder, besonders wenn man diese mag, wie ein Ohrwurm in der Erinnerung – spielen sich sozusagen von selbst vor dem „geistigen Ohr“ fast unfreiwillig wiederkehrend ab. Wie schön, wenn diese Metapher auch für die umfangreich erarbeiteten strategischen Planungen in den Unternehmen gelten würde.

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Betreiben Sie Risikomanagement oder Selbstbetrug auf hohem Niveau? (2)

Sind die allseits gängigen Ansätze zum Risikomanagement in Projekten noch zeitgemäss?

Ich meine nein.

In einer Welt, in der täglich mehr Wandel stattfindet als im gesamten 1880, ist die nahezu ausschliessliche Ausrichtung auf das Bekannte und Erlebte de facto pure Überheblichkeit, gepaart mit Ignoranz (und das gilt auch für die Zentralschweiz).

Auch iterative Ansätze wie Scrum, denen zurecht nachgesagt wird, für schnellen Wandel und hohe Komplexität besser geeignet zu sein, liefern nur teilweise konkrete Antworten. Kürzere Sprints und Transparenz über den Zustand der Lieferergebnisse sind sehr hilfreich, machen aus einem Truthahn aber noch keinen Seher.

Aber wie können wir uns in Projekten so aufstellen, dass wir besser auf „unknown unknowns“ vorbereitet sind, bzw. vielleicht sogar Positives aus ihnen schöpfen?

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Betreiben Sie Risikomanagement oder Selbstbetrug auf hohem Niveau? (1)

Warum dieser Artikel?

Nun mal zur Abwechslung ein Thema, bei dem mir die Überzeichnung ins Satirische nicht so leicht fällt. Woran mag das liegen? Vielleicht liegt mir das Thema einfach zu sehr am Herzen, ist mir zu wichtig. Auch habe ich es selbst noch nicht ganz durchdrungen, zu Ende gedacht, verinnerlicht. Zumindest sagt mir das mein Bauch.

Schon stelle ich den Titel wieder in Frage. Müsste es nicht eigentlich «ich» statt «Sie» heissen (oder zumindest «wir»)? Aber das passt schon. Schliesslich habe ich ja schon einen gewissen Vorsprung, da ich mich schon damit befasst habe. Genug der Zweifel. Worum geht es? Es geht um Risikomanagement.

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Profit Center – die „Puppe in der Puppe“? (Teil 2)

(Hier geht es zu Teil 1: https://harlekin.blog/profit-center-die-puppe-in-der-puppe#more-2057.)

Ich kann nicht alle Probleme aufzählen, die bei der Einführung einer Profit-Center Organisation auftreten können, für den interessierten Leser hier aber ein Beispiel zu den versteckten Tücken dieses Systems. Das Ganze verpackt in eine simple Frage:

Ist ein Profit-Center Leiter, der aufgrund eines „erheblichen“ internen Verrechnungspreises für die Nutzung eines Besprechungsraums der „internen Immobilienverwaltung“ auf einen günstigen externen Besprechungsraum für das geplante Meeting setzt …

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Profit-Center – die „Puppe in der Puppe“? (Teil 1)

Viele Leser werden bereits in einem Profit-Center gearbeitet haben oder sind immer noch darin beschäftigt. Möglicherweise haben manche gar keine andere Organisationsform kennengelernt und könnten daher einen Unterschied für „ihre Arbeit“ überhaupt nicht feststellen. Für diesen Beitrag wollte ich ursprünglich nur ein paar persönliche Erfahrung als Anekdoten mit einem zwinkernden Auge kommentieren. Da aber nur die wenigsten das Phänomen Profit-Center (kurz PC) aus der Perspektive Management oder Finanzbereich kennen, habe ich mich entschieden, doch etwas mehr über Hintergründe und die Geschichte des PC‘s zu berichten.

Die ursprüngliche Idee zum Profit-Center war revolutionär für das streng hierarchische Management des letzten Jahrhunderts – aber edel und gut. Denn sie sagt im Kern: „Freiheit“! Man mache den geknechteten Abteilungsleiter zu einem Unternehmer im Unternehmen und der Erfolg stellt sich quasi von alleine ein – denn Profit-Center bedeutet ja ins Deutsche übersetzt „Gewinn-Center“ – von zusätzlichen Kosten und neuen Problemen erst einmal keine Spur.

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Wie die Geschäftsstelle zu einem ganzen Raum voll Sekt kam…

(Dieser Beitrag ist eine Gemeinschaftsproduktion der Harlekine RGE und BCO.)

RGE: Bei uns in der Geschäftsstelle wurde gerne gefeiert. Gute Abschlüsse zum Beispiel, oder auch neue Kunden. Mit Sekt.

Manchmal liefen die Geschäfte sogar deutlich besser als erwartet. Aus Sicht der Leitung war das gar nicht so sehr beliebt, denn unsere Geschäftsstellen waren als Profitcenter organisiert. Der allgemeine Anspruch an Wachstum des Geschäfts lag pro Jahr so bei 5%. Waren es tatsächlich mehr, erhöhte das automatisch die Ansprüche an das Folgejahr.

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Was man sagt und was man tut… (3)

… im Fokus Konsequenz

Hier geht’s zurück zur Einleitung und hier zu Blickwinkel 1 – Glaubwürdigkeit. Heute schauen wir uns das Thema nochmal an, diesmal mit der Brille „Konsequenz“. Schöne Parallelen gibt es hier zur Erziehung: „Nein Kevin[1], lass das. Och Schätzeken, nicht mit dem Stuhl werfen. Wir gehen jetzt aber gleich.“

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Was man sagt und was man tut… (2)

… im Fokus der Glaubwürdigkeit

Hier geht’s zurück zur Einleitung. In diesem Beitrag betrachten wir den Sachverhalt in Bezug auf Glaubwürdigkeit. Glaubwürdigkeit gegenüber einer Person, die in einer vorbereiteten Rede Äußerungen loslässt und sich dafür später entschuldigt und Glaubwürdigkeit gegenüber einem System, das No-Racism usw. pressewirksam adressiert.

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