Anarchistische Sommerfreuden mit Holzkohle

Meine Grill-Erfahrungen in den Niederlanden

In früheren Beitragen habe ich mehrmals die kulinarischen Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden behandelt – und auch bei der grössten aller Sommerfreuden, dem Grillen, gibt es diese. Die Unterschiede liegen allerdings weniger im kulinarischen, sondern eher im “weltanschaulichen” Bereich. Die Niederlander sind ein Volk der flachen Hierarchien, sie können es nicht leiden, wenn jemand mehr  “zu sagen hat” als alle anderen. Dies gilt sowohl in der Politik als auch im täglichen Leben, und ich vermute, dass auch das Königshaus deshalb so beliebt ist, weil deren Representantinnen und Representanten de facto recht wenig zu melden haben.

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Es lebt!

Liegt es daran, dass ich bereist meine erste Impfung hatte? Es war doch gar nicht AstraZeneca, aber ich schwöre, unser Roboterstaubsauger lebt. Ein Markenmodell. Tolle Sache, besonders wenn man einen Hund und wenig Teppiche hat. Funktioniert echt gut, ist nur ein bisschen laut. Aber es lebt. Ich habe mich erkundigt, die Software ist nicht von Microsoft – womit die einzige alternative Erklärung wegfällt. Das gute Stück fährt in der ganzen Wohnung herum und nimmt Hundehaare, Hundespielzeug, Hundefutter, Hundekuchen und Hundekuchen und sonst eigentlich nichts auf – ausser Hundekauknochen.

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Lass deine Stirn ganz weich werden…

Da „Indoor“-Gruppensport im Moment nicht möglich ist, habe ich mich notgedrungen – und zunächst ohne große Begeisterung – auf YouTube nach Yogakursen umgeschaut. Fündig wurde ich bei einer jungen Frau aus Berlin, die sehr gut erklärt und deutlich sehen lässt, worauf es bei den einzelnen Übungen ankommt. Für mich ein echtes Happy End – inzwischen ist „Yoga mit Tablet“ ein erfreulicher (und wohltuender) Bestandteil meines Alltags geworden.

Allerdings habe ich nach den ersten Kursen festgestellt, dass die Blockaden, die ich überwinden musste, weniger körperlicher als sprachlicher Art waren. Mit Aufforderungen wie „Lass deine Stirn ganz weich werden“ hatte ich gewisse Schwierigkeiten, denn was ich mir auch von Yoga erhofft hatte – eine weiche Birne war es nicht.

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Die Kunst der Bäume

Seit vielen Jahren bin ich leidenschaftliche Museumbesucherin und es ist kaum eine Ausstellung bizarr genug, um mich abzuschrecken. Freunde mit sogenannten „Nischeninteressen“ schätzen das sehr, wenn sie nicht allein gehen möchten, denn ich sage auch dann noch begeistert ja, wenn das restliche soziale Umfeld nur angewidert den Kopf schüttelt. „Videoinstallationen aus den 70ern? -Aber natürlich!“ „Die Sonderausstellung im Mikroben-Museum? – Sicher komm ich mit!“ „Die Entwicklung des Webens im Spannungsfeld der industriellen Revolution? – Klasse! Wann gehen wir?“

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Und zum Kaffee gibt’s – appeltaart, vlaai und poffertjes!

Bisher habe ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viele „herzhafte“ (und  meist fritierte!) Varianten der niederländischen  Küche vorgestellt. Heute geht es um den Nachmittag – und um die schöne Gewohnheit, zum Kaffee unterwegs ein Stück Kuchen zu bestellen.

Mein Kollege BCO, der uns im Februar in seinem Beitrag „Die Qual der Wahl“ an seinen traumatischen Erfahrungen bei der Speiseeisauswahl in der Ben& Jerry’s Fabrik teilhaben ließ, müßte in niederländischen Cafes seine helle Freude haben, denn häufig besteht die Auswahl lediglich aus „Appeltaart mit Sahne“ und „Appeltaart ohne Sahne“. So einfach kann das Leben sein!

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Schnappschüsse unterwegs

Das Harlekin-Team verabschiedet sich nun in die Sommerferien. Wir wünschen Ihnen und uns eine gute Zeit – und uns viele Inspirationen für neue Beiträge. Auch dieses Jahr wird während unseres Urlaubs jeden Freitag ein kurzer Beitrag erscheinen, diesmal unter dem Motto „Schnappschüsse unterwegs“. Hier der erste:

Wenn die Bäume Mundschutz tragen…

… dann bleibt man als Spaziergänger fasziniert stehen. Ich bin zu allen Jahreszeiten oft im Wald unterwegs, aber dieses Design der Natur hatte ich bisher noch nicht entdeckt.

Anscheinend geht auch die Natur mit der Zeit.

Das Würstchen ohne Pelle – Wissenswertes über die niederländische „frikandel“

In meiner Reihe über niederländische „Spezialitäten“ bin ich Ihnen bisher noch die frikandel schuldig geblieben. Das wird sich heute ändern.

Die frikandel ist der am häufigsten verzehrte fritierte Snack in den Niederlanden (er schlägt sogar kroket und bitterbal!) und das erste, was Sie darüber wissen müssen, ist daß sie über-haupt-gar-nichts! mit der deutschen Frikadelle zu tun hat! Die frikandel ist eine Art Würstchen ohne Pelle und galt viele Jahre lang als „guilty pleasure“, da ihr alle möglichen fragwürdigen Bestandteile nachgesagt wurden. Es war unter anderem von Kuheutern, -augen und –ohren die Rede.

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