Ganz schön beknackt… (Teil 2)

Die Muskatnuss entwickelte sich dann im 16. Jahrhundert zum Goldrausch Ostindiens, insgesamt der erste bedeutende Fall von Drogenbeschaffungskriminalität. Portugiesen, Briten, Spanier und Niederländer bekriegten sich wegen der Muskatnuss und brachten sich nicht nur gegenseitig, sondern nebenbei noch einige 10.000 Einheimische um. Wer Drogenkartelle bisher ausschließlich aus Mittel- und Südamerika kannte, darf sich nun als Besserwisser 1. Grades betrachten. Denn er weiß nun: Pablo Escobar, Kokain-Handel und das Medellin-Kartell sind nur billige Kopien eines schon 500 Jahre alten „Geschäftsmodells“.

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Ganz schön beknackt… (Teil 1)

Nach meinem Beitrag zu Corona, Hamsterkäufen von Toilettenpapier und einer resultierenden Anal-yse Symptom-begleitender Besserwisser wurde ich mehrfach gebeten, doch mehr zu diesem Thema zu schreiben. Ich gestehe, es hat mehr Freude als Arbeit gemacht. Viel Spaß mit der neuen Riege von Besserwissern und Klugscheissern.

Kerzenlicht, Glühwein und Nüsse knacken: das erinnert an die Kindheit, gehört in den Winter und Ja, das ist die Weihnachtszeit. Damit es uns dann richtig warm ums Herz wird, läuft White Christmas als Dauerberieselung in den Kaufhäusern und im Radio singt sich Chris Rea mit Coming Home for Christmas alle Jahre wieder in die Herzen der Fernfahrer (und natürlich deren Frauen).

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Was hat CORONA mit Klopapier zu tun? – der Versuch einer Anal-yse (Teil 2)

Beginnen wir mit einer entschärften Variante des Klugscheißers, dem Besserwisser. Grundsätzlich gilt auch hier: Niemand mag Besserwisser! Es sei denn, er ist ein Bezzerwizzer. Denn Bezzerwizzer ist ein Familienspiel, das von Mattel Anfang des neuen Jahrtausends veröffentlicht wurde. Es handelt sich um ein Wissensspiel, das auf Spielen wie Trivial Pursuit oder Shows wie „Wer wird Millionär?“ aufbaut. Wir erkennen, Klugscheißer und Bezzerwizzer sind keine Randerscheinungen, sie sind ein Mainstream unserer Zeit.

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Was hat CORONA mit Klopapier zu tun? – der Versuch einer Anal-yse (Teil 1)

Anfänglich war ich nur amüsiert, die erste Phase der CORONA-Pandemie war schon irgendwie seltsam. Auf der Suche nach relevanter Information zu dieser gefährlichen Pandemie, oder je nach Anschauung, einer Art neuer Grippe, stolperte ich immer wieder über die unfreiwillig komischen Beiträge zum Klopapier-Hamstern. Berichte zu Schlägereien in Supermärkten, Klopapier-Dieben in Krankenhäusern und Familientragödien mit (meist aber ohne) Toilettenpapier waren an der Tagesordnung.

Amerikaner, Australier und einige andere Nationen teilten sich die neue Vorliebe, ihr trautes Heim mit Klopapier-Rollen aufzupeppen. Gut, die Franzosen haben nebenbei auch größere Mengen Rotwein eingekauft und die Niederländer erlebten einen zusätzlichen Run auf ihre Coffeeshops – natürlich nur um vor deren Schließung noch schnell die Vorräte an Appeltaart und Poffertjes aufzustocken.

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Auch grüne Gummistiefel können einen schlanken Fuss machen …

Dass nach christlicher Überzeugung nur Jesus über das Wasser laufen konnte, wusste diese emanzipierte Frau offensichtlich nicht. Die abenteuerlichste selbst gebastelte Filteranlage, die ich je gesehen habe, gemeinsam mit einem „Schutzengel“ dafür – what a day.  

(Das Bild entstand 2012 bei einem Besuch des National Centre for the Performing Arts, Beijing – bekannt auch als „the Egg“. )

Von den Bakterien zu Bach – und zurück

Daniel Clement Dennett ist Professor für Philosophie und Direktor des Zentrums für Kognitionswissenschaft an der legendären Tufts University. Aus dieser philosophischen Perspektive postuliert er: „Der Mensch ist ein Wesen, das sich im Prozess der natürlichen Evolution in der Tierwelt entwickelt hat.“ Demnach sollte es in Bezug auf das Wesen von Menschen nichts Mystisches geben, alle Aspekte des menschlichen Seins sollten mit Naturwissenschaften plausibel erklärbar sein.

Da sich mit Genselektion allein die menschliche Kultur nicht erklären lässt, ist Dennett auch zu einem populären Vertreter des Memkonzepts geworden. Meme sind seine Analogie zu Gene, nur halt in der kulturellen Evolution.

Mein Fazit: Wer intellektuelle Klimmzüge, neue Gedankengänge und spannende Geschichten mag, wird an der Lektüre viel Freude haben.

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Profit Center – die „Puppe in der Puppe“? (Teil 2)

(Hier geht es zu Teil 1: https://harlekin.blog/profit-center-die-puppe-in-der-puppe#more-2057.)

Ich kann nicht alle Probleme aufzählen, die bei der Einführung einer Profit-Center Organisation auftreten können, für den interessierten Leser hier aber ein Beispiel zu den versteckten Tücken dieses Systems. Das Ganze verpackt in eine simple Frage:

Ist ein Profit-Center Leiter, der aufgrund eines „erheblichen“ internen Verrechnungspreises für die Nutzung eines Besprechungsraums der „internen Immobilienverwaltung“ auf einen günstigen externen Besprechungsraum für das geplante Meeting setzt …

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Profit-Center – die „Puppe in der Puppe“? (Teil 1)

Viele Leser werden bereits in einem Profit-Center gearbeitet haben oder sind immer noch darin beschäftigt. Möglicherweise haben manche gar keine andere Organisationsform kennengelernt und könnten daher einen Unterschied für „ihre Arbeit“ überhaupt nicht feststellen. Für diesen Beitrag wollte ich ursprünglich nur ein paar persönliche Erfahrung als Anekdoten mit einem zwinkernden Auge kommentieren. Da aber nur die wenigsten das Phänomen Profit-Center (kurz PC) aus der Perspektive Management oder Finanzbereich kennen, habe ich mich entschieden, doch etwas mehr über Hintergründe und die Geschichte des PC‘s zu berichten.

Die ursprüngliche Idee zum Profit-Center war revolutionär für das streng hierarchische Management des letzten Jahrhunderts – aber edel und gut. Denn sie sagt im Kern: „Freiheit“! Man mache den geknechteten Abteilungsleiter zu einem Unternehmer im Unternehmen und der Erfolg stellt sich quasi von alleine ein – denn Profit-Center bedeutet ja ins Deutsche übersetzt „Gewinn-Center“ – von zusätzlichen Kosten und neuen Problemen erst einmal keine Spur.

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Digitale Nomaden – die Herde zieht weiter

Informationen zeitnah und über große Distanzen austauschen zu können, ist seit jeher der entscheidende Antrieb für neue Kommunikationsformen. Meist wurden dabei ältere Praktiken in den Hintergrund gedrängt und im Laufe der Zeit dann – „vergessen“. Interessante Migrationspfade der Kommunikation finden sich allenthalben, mit kritischem Blick (und leichtem Entsetzen) schauen dabei Erwachsene bevorzugt auf das Kommunikationsgebaren ihrer Kinder, bzw. der heutigen Jugend. Und da haben wir´s – ohne Handy, SMS und WhatsApp kann man sich diese Kids doch kaum noch vorstellen!?

Dabei sind diese Kommunikationsmittel und -formen doch nur die logische Weiterentwicklung von früheren Kommunikationsformen wie Brieftauben, Postkarten, Stammtisch und Depesche. Die übrigens zu „ihrer Zeit“ genauso angeprangert wurden wie Twitter, Facebook und Co. Neue Konnektivität und veränderte Kommunikation in der Gesellschaft ist weder Grund zur Panik noch ist es verpflichtend, sich dort einzureihen. Denn, es ist was es ist – neue Technik – mit Vorteilen, Vor-Urteilen, Trends und der Notwendigkeit, sich damit auseinander zu setzen.

Dazu gehört auch die digitale Nomadenszene als neue, hippe Arbeitsform für junge Leute. Wie Wanderarbeiter und der Pony-Express verändert sie die Konnektivität und schafft neue Arbeitsplätze. Doch gleichzeitig entstehen auch neue Probleme, über die meist nicht so gerne gesprochen wird. Wir schauen uns in diesem Beitrag einmal Selbstverständnis und daraus resultierende Probleme an.

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