Vom Lernen zum Wissen und zurück

Schön wäre es ja, wenn ich Ihnen gleich zu Anfang meine Kernbotschaft mitteilen könnte und es Ihnen somit möglich wäre, schon hier zu entscheiden, ob es sich überhaupt lohnt, weiter zu lesen.

Aber es ist anders. Ich bin erstmal froh, diese Hemmung vor einem leeren Blatt überwunden zu haben. So wie Heinrich von Kleist sich äußert über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden, so schreibe ich hier über eine allmähliche Verfertigung meiner Gedanken beim Schreiben.

Der Titel verspricht ja so etwas wie eine Reise, eine Gedankenreise. Ich lade Sie ein, mich zu begleiten. Ich liebe Reisen und überdies ist es eine wunderschöne Metapher.

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Agililly – ein Notfall

Eins noch vorweg: Da wir inzwischen Unternehmen, Organisationen als lebende Organismen versuchen besser zu verstehen, reizte mich an dieser Glosse, aus der höchst aktuellen und mit viel Aufwand angestrebten Eigenschaft der Agilität eine Person werden zu lassen – Agililly. Mit dem steten unverzichtbaren Begleiter und Wegbereiter Scrummy in der Rolle des Scrum Masters – ein meist überforderter und oft ungehörter Evangelist für die erforderlichen Prinzipien und Praktiken. Dass sich die Szene im Krankenhaus abspielt, sollte eigentlich nicht verwundern.

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Grösse allein reicht wohl nicht….

… um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Diese Szene fotografierte ich vor drei Monaten in Portugal, südlich von Figueira da Foz. Wenn ich heute aus der Perspektive des Organisationsberaters statt der eines Fotografen darauf schaue, bekommt dieses Bild mit einem Augenzwinkern etwas Metaphorisches.

Im System der Wirtschaft und in unserem beruflichen Alltag erleben wir die Begriffe von Größe und Wachstum als unhinterfragte Ziele. Darin mögen Organisationen und Unternehmen ihren Sinn sehen, doch tun dies zunehmend weniger ihre Mitglieder. Sie ermüden während des steten Laufs im Hamsterrad, ohne sich mal zwischendurch auf dessen Nabe ausruhen zu können. Die Aufmerksamkeit verlagert sich daher auf andere Dinge. Als Gegenreaktion einfach mal Größe ignorieren, hinter sich lassen und den Kopf frei machen für das, was einem persönlich Sinn vermittelt.

Organisationsentwicklung als Lebenskunst

„Die größte Gefahr in Zeiten des Umbruchs ist nicht der Umbruch selbst,
es ist das Handeln nach der Logik von gestern.”
(Peter Drucker)

Organisationen sind lebende Systeme

Dem muss nicht jeder zustimmen, für mich ist es aber eine wichtige Erkenntnis geworden. Um die Pointe meines Artikels nachvollziehen zu können, erläutere ich kurz meinen Ausgangspunkt: Eine erste wichtige Entscheidung für mich war, mein Bild von Organisationen zu revidieren. Meinen langjährigen Arbeitgeber hatte ich als eine mehr oder weniger gut geölte Maschinerie erlebt. Doch dieses Bild bröckelte schließlich, als diese Organisation sich restrukturieren musste, um sich in einem kompetitiven Umfeld zu behaupten. Für das, was ich da erlebt hatte, fand ich den erhellenden Denkrahmen in der Theorie sozialer Systeme, die Organisationen als lebendige Organismen bzw. lebende Systeme betrachten. Mit diesem Mindset denke und handle ich nun als systemischer Organisationsberater. So weit so gut. Doch als „Agilität” aus der Softwareentwicklung überschwappte in andere organisationale Teilbereiche und mir bewusst wurde, dass es sich dabei im Kern um einen elementaren Begriff des Lebendigen handelt, machte ich mir Gedanken über die Konsequenzen, wenn ich eine Organisation als lebendes System betrachte.

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Über Erfahrungen mit meinen Erfahrungen

Als lebendiger und neugieriger Organismus im letzten Quartal der 100-Jährigen und mitten im Strom der VUCA-Welt beschäftigt mich der Gedanke: Welche Rolle spielen denn noch Erfahrungen in deinem Leben – und als Berater und Coach gefragt: Können deine Erfahrungen für andere – im allgemeinen jüngere – überhaupt noch etwas Sinnhaftes, Nützliches bedeuten, insbesondere in einer Zeit, in der alle Sinne und Energien darauf gerichtet sind, den digitalen Tsunami zu bewältigen?

Aller Anfang ist schwer

Meine Erfahrungen!? Ehrlich gesagt, ein ziemliches Durcheinander, unübersichtlich, vieles in der Schwebe zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Sieht ja nach einer ganzen Menge aus, aber wie bringe ich sie in Form und drücke sie in Worten aus? Kennen Sie solche Erfahrungen? Wie leicht und selbstverständlich gehen wir im Alltag mit Erfahrungen um, aber ganz selten erlebe ich, dass wir über sie reflektieren und schreiben.

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Zuerst ignorieren Sie dich, dann…”

Wissen Sie wie es weiter geht? Nämlich so: “…lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.”(1) Ein gerne von Politikern zitierter Satz, dessen Gewicht durch den Bezug auf Gandhi verstärkt wird und mit dem man immer gut punkten kann. So twitterte auch Frau Petry dieses Zitat am 24.09.2017 zum Ergebnis der Bundestagswahl. Hmm…. Doch soll es gar nicht von Gandhi selbst stammen, sondern von dem US-amerikanischen Gewerkschaftler Nicholas Klein vor gut 100 Jahren.

Zitate entstammen subjektiven Wahrheiten

Zitate scheinen eine unbegrenzte Lebensfähigkeit zu haben über Zeiten, Räume, Ethnien und Kulturen hinweg. Als ursprünglich formulierte subjektive Wahrheiten bilden sie ein Sediment an Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnisse, die wir getrost als “Wahrheiten” des kollektiven Gedächtnisses der Menschheit betrachten können. Attraktiv sind sie zu allen Zeiten, weil ihre Kernaussagen auf die verschiedensten Kontexte übertragen werden können. Welche Konnotationen ein Zitat auslöst, steuert daher immer der Kontext, in den das Zitat gestellt ist.

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Kann man Projekte wirklich managen?

„Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.“
(Kurt Lewin)

 

Woher kommen denn solche Zweifel? Ohne Management und Managen geht doch heutzutage gar nichts mehr. Egal in welchem Bereich, ob gesellschaftlichem, wirtschaftlichem oder privatem. Von der Fusion von Wirtschaftsunternehmen bis hin zur Geburtstagsfeier – das managen wir schon.

Bleiben wir im Kontext von Organisationen, dann besteht große Übereinstimmung in der Definition von dem, WAS zu managen ist: Ziele definieren, Strategien zur Zielerreichung festlegen, Produktionsfaktoren organisieren und koordinieren, sowie – last but not least – Mitarbeiter führen. Bis dahin kein Zweifel.
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Projektmanagement: klassisch-agil-hybrid? Was denn, wann denn…

(Fortsetzung und vorläufiges Ende)

Die größte Gefahr in Zeiten des Umbruchs
ist nicht der Umbruch selbst
– es ist das Handeln mit der Logik von gestern.
(Peter Drucker)

Kürzlich traf ich meinen Freund wieder. Kaum hatten wir es uns gemütlich gemacht im Hofgarten einer Straußwirtschaft bei einem fruchtigen Riesling, platzte ich voller Neugier mit der Frage heraus, wie er damals seinen Auftraggeber davon überzeugen konnte, sich auf eine agile Vorgehensweise in dem Projekt einzulassen. Nach dem ersten Schluck begann er zu erzählen.

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Projektmanagement: klassisch-agil-hybrid? Was denn, wann denn…

„Wer das erste Knopfloch verfehlt,

kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande.“

(J.W. von Goethe)

 

Vor wenigen Wochen traf ich mich mit einem vertrauten Weggefährten. Uns beide verbindet eine langjährige Erfahrung im Management von Projekten. Schnell waren wir beim aktuellen Thema. Er erzählte von seiner Übernahme einer Projektleitung bei einem neuen Kunden. Die Vorstellungen von dem zu erstellenden Produkt waren noch recht schwammig, doch war absehbar, dass es neuartig ist und viele Stakeholder-Interessen unter einen Hut zu bringen sind. Und wie nicht anders zu erwarten, sollte das Produkt schnellstmöglich und vor einem Produkt der Konkurrenz auf den Markt kommen. „Projektmanagement: klassisch-agil-hybrid? Was denn, wann denn…“ weiterlesen