Leadership? – Womit kann ich dienen?

Ein junger Mann geht zielstrebig auf einen Laden zu. Das Geschäft ist kaum als solches zu erkennen, weil es keine Schaufenster hat. Lediglich ein Schild hängt über der Eingangstür. Darauf steht „Apotheke” und etwas kleiner darunter „für Führung & Leadership”. Der Mann tritt ein und das Öffnen der Tür löst ein schrilles Klingeln aus. Er hat kaum Zeit, sich im Verkaufsraum umzuschauen, da taucht schon ein älterer Herr mit weißen Haaren und zerzaustem Vollbart hinter der Theke auf.

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Leben wir wirklich in einer Wissensgesellschaft?

Es gibt für unsere Gegenwart etliche Signaturen: das Digitalzeitalter, die Informationsgesellschaft, die post-industrielle Ära, das Anthropozän. Das sind noch nicht einmal alle. Eine davon ist Wissensgesellschaft. Und aus verschiedenen Quellen verlautet, dass wir derzeit in genau dieser leben. Fühlen Sie sich in einer Wissensgesellschaft? Ich habe mir mal diese Frage gestellt und dazu gingen mir diese Gedanken durch den Kopf.

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“EVER GIVEN” – Hat es das jemals gegeben?

Wie doch der Schiffsname zur Situation passt! Ist das nicht lustig? Ja, doch nur für die, die nichts damit zu tun haben. Aber halt: Wenn wir bei diesem Ereignis tiefer bohren, kommen wir auf eine Verhaltensweise, die uns allen mehr oder weniger vertraut sein dürfte: Größenwahnsinn. Diesmal in globaler Dimension.

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Respekt (Teil 1)

Wie du mir, so ich dir

Respekt vor der Natur

Meine erste bewusste Bekanntschaft mit dem, was mit Respekt bezeichnet ist, erfuhr ich ohne diesen Begriff zu kennen im frühen Kindesalter als die – manchmal nachdrückliche – Aufforderung, meinen Eltern und Großeltern zu gehorchen und mich ihnen gegenüber respektvoll zu verhalten.

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Organisationsentwicklung als Lebenskunst

„Die größte Gefahr in Zeiten des Umbruchs ist nicht der Umbruch selbst,
es ist das Handeln nach der Logik von gestern.”
(Peter Drucker)

Organisationen sind lebende Systeme

Dem muss nicht jeder zustimmen, für mich ist es aber eine wichtige Erkenntnis geworden. Um die Pointe meines Artikels nachvollziehen zu können, erläutere ich kurz meinen Ausgangspunkt: Eine erste wichtige Entscheidung für mich war, mein Bild von Organisationen zu revidieren. Meinen langjährigen Arbeitgeber hatte ich als eine mehr oder weniger gut geölte Maschinerie erlebt. Doch dieses Bild bröckelte schließlich, als diese Organisation sich restrukturieren musste, um sich in einem kompetitiven Umfeld zu behaupten.

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Machen viele Chief x Officer eine Organisation intelligenter?

Auf diese Frage stieß ich, als mir in den Medien auffiel, dass immer häufiger von mehr Chief Officers berichtet wurde als dem schon vertrauten CEO als Chief Executive Officer. An CFO und COO habe ich mich inzwischen auch gewöhnt. Doch mit Chief Knowledge Officer, Chief Learning Officer, Chief Digitalization Officer kommen mir doch so langsam Bedenken, wo eine solche Entwicklung hinführen könnte. Inzwischen spricht man schon von der C-Suite, wenn man die Geschäftsführungsebene meint. Noch vor nicht allzu langer Zeit überschwemmten Vice Presidents die Teppichetagen. Was wird folgen? In der Wikipedia (Stand 05.05.2020) sind gut 50 CxOs aufgeführt. Erstaunlicherweise kein Chief Project Officer. Warum eigentlich nicht? Ihn findet man zumindest auf den Webseiten der internationalen Projektmanagementorganisationen. Na ja….

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Vom Lernen zum Wissen und zurück

Schön wäre es ja, wenn ich Ihnen gleich zu Anfang meine Kernbotschaft mitteilen könnte und es Ihnen somit möglich wäre, schon hier zu entscheiden, ob es sich überhaupt lohnt, weiter zu lesen.

Aber es ist anders. Ich bin erstmal froh, diese Hemmung vor einem leeren Blatt überwunden zu haben. So wie Heinrich von Kleist sich äußert über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden, so schreibe ich hier über eine allmähliche Verfertigung meiner Gedanken beim Schreiben.

Der Titel verspricht ja so etwas wie eine Reise, eine Gedankenreise. Ich lade Sie ein, mich zu begleiten. Ich liebe Reisen und überdies ist es eine wunderschöne Metapher.

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Agililly – ein Notfall

Eins noch vorweg: Da wir inzwischen Unternehmen, Organisationen als lebende Organismen versuchen besser zu verstehen, reizte mich an dieser Glosse, aus der höchst aktuellen und mit viel Aufwand angestrebten Eigenschaft der Agilität eine Person werden zu lassen – Agililly. Mit dem steten unverzichtbaren Begleiter und Wegbereiter Scrummy in der Rolle des Scrum Masters – ein meist überforderter und oft ungehörter Evangelist für die erforderlichen Prinzipien und Praktiken. Dass sich die Szene im Krankenhaus abspielt, sollte eigentlich nicht verwundern.

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Grösse allein reicht wohl nicht….

… um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Diese Szene fotografierte ich vor drei Monaten in Portugal, südlich von Figueira da Foz. Wenn ich heute aus der Perspektive des Organisationsberaters statt der eines Fotografen darauf schaue, bekommt dieses Bild mit einem Augenzwinkern etwas Metaphorisches.

Im System der Wirtschaft und in unserem beruflichen Alltag erleben wir die Begriffe von Größe und Wachstum als unhinterfragte Ziele. Darin mögen Organisationen und Unternehmen ihren Sinn sehen, doch tun dies zunehmend weniger ihre Mitglieder. Sie ermüden während des steten Laufs im Hamsterrad, ohne sich mal zwischendurch auf dessen Nabe ausruhen zu können. Die Aufmerksamkeit verlagert sich daher auf andere Dinge. Als Gegenreaktion einfach mal Größe ignorieren, hinter sich lassen und den Kopf frei machen für das, was einem persönlich Sinn vermittelt.

Organisationsentwicklung als Lebenskunst

„Die größte Gefahr in Zeiten des Umbruchs ist nicht der Umbruch selbst,
es ist das Handeln nach der Logik von gestern.”
(Peter Drucker)

Organisationen sind lebende Systeme

Dem muss nicht jeder zustimmen, für mich ist es aber eine wichtige Erkenntnis geworden. Um die Pointe meines Artikels nachvollziehen zu können, erläutere ich kurz meinen Ausgangspunkt: Eine erste wichtige Entscheidung für mich war, mein Bild von Organisationen zu revidieren. Meinen langjährigen Arbeitgeber hatte ich als eine mehr oder weniger gut geölte Maschinerie erlebt. Doch dieses Bild bröckelte schließlich, als diese Organisation sich restrukturieren musste, um sich in einem kompetitiven Umfeld zu behaupten. Für das, was ich da erlebt hatte, fand ich den erhellenden Denkrahmen in der Theorie sozialer Systeme, die Organisationen als lebendige Organismen bzw. lebende Systeme betrachten. Mit diesem Mindset denke und handle ich nun als systemischer Organisationsberater. So weit so gut. Doch als „Agilität” aus der Softwareentwicklung überschwappte in andere organisationale Teilbereiche und mir bewusst wurde, dass es sich dabei im Kern um einen elementaren Begriff des Lebendigen handelt, machte ich mir Gedanken über die Konsequenzen, wenn ich eine Organisation als lebendes System betrachte.

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