Harlekin Exklusiv: Künstliche “Intellisense”

Wahrscheinlich haben Sie den kurzen Artikel letzte Woche verpasst, in dem es darum ging, wie Großbritannien ein Programm finanziert, um die Möglichkeit der Erkennung von Covid19 durch Hunde zu untersuchen. Labradore, Spaniels und andere Rassen werden bereits eingesetzt, um Schmuggelware, Drogen und sogar Äpfel aufzuspüren, wenn Sie es wagen, einen solchen in Ihrer Lunchbox in die Staaten zu schmuggeln. Sie können auch Krebs, Multiple Sklerose und Parkinson erkennen.

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Das Ende der Welt – oder doch nicht?

„Factfulness“ von Hans Rosling

Es wäre einfach, unseren Blog mit Geschichten und Beiträgen zu füllen, die eigentlich nur noch deprimieren. Als kleine Kostprobe wären da: Klimawandel, Populismus, Flüchtlinge – und unser Verhalten dazu, politische „Führer“, Fake-News, Hassreden, Ressourcen-Verschwendung, Straßenkriminalität, gefährdete Arten, Heuschrecken in Afrika, Kindesmissbrauch, Hunger, Diskriminierung, Fettleibigkeit, Brexit, Plastik in Walmägen – und natürlich Trumps Unfähigkeit, auch nur einen Satz ohne die Worte „wunderbar“ oder „schön“ zu formulieren und jetzt noch ein fieser Virus. Es reicht zum Auswandern- nur wohin????

Falls auch Sie diese vage Sehnsucht nach „Luftveränderung“ spüren, dann könnten Sie – ganz ohne Reiseaufwand – mit dem Buch von Hans Rosling ihre Chance auf neue Perspektiven und Erkenntnisse nutzen.

Hans Rosling (1948-2017) war schwedischer Leiter der Abteilung für Internationale Gesundheit am Karolinska-Institut und Berater der WHO und der UNESCO, sowie Mitbegründer von „Ärzte ohne Grenzen“. In diesem Buch verbindet er seine Erfahrung über die Weltgesundheit mit grundlegenden Fakten der Statistik.

Klingt zwar etwas trocken und langweilig – aber schauen wir mal.

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Großartig, ich darf wählen!

Den zweiteiligen Beitrag “Die Qual der Wahl” (erschienen am 21. und  28. Februar 2020) haben wir im Harlekin-Team diskutiert. Uns beschäftigte die Frage, ob dies ein Problem ist, das alle Bevölkerungsgruppen betrifft, oder eher eins der Generation 50+. Deshalb interessierte uns die Sicht der jungen Generation  auf dieses Thema. Wir freuen uns sehr über den Gastbeitrag von Ricarda Fillhardt, die die “Qual der Wahl” aus einer anderen Perspektive betrachtet. Ricarda ist Studentin und lebt zur Zeit in Edinburgh.

Ich bezweifle, daß ein Übermaß an Auswahl uns glücklich macht. Erst letzte Woche habe ich so viel Zeit damit verbracht, zu entscheiden, was ich mir auf Netflix ansehen will, daß es zu spät war, als ich mich (halbwegs zufrieden) auf einen Film festgelegt hatte und stattdessen ins Bett ging. Und vor kurzem wollte ich mir an meinem Geburtstag einen Wellness-Tag gönnen und habe Stunden auf Tripadvisor verbracht, um in der riesigen Anzahl von Saunen und Wellness-Zentren, die meine Heimatstadt zu bieten hatte, die beste Option zu finden. Das kommt mir jedoch selten als Problem vor. Ich bin mit viel Auswahl aufgewachsen.

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Die Qual der Wahl (Teil 2)

Nachdem ich erst Monate damit verbracht hatte, meine CDs zu digitalisieren, entschied ich mich dann doch für Streaming, für Tidal. Verlustfreie Klangqualität und eine schier unendliche Auswahl an Rock, Jazz, Blues und klassischer Musik. Dort gibt es sogar Aufnahmen, die ich noch von Radio Luxembourg auf Band kopiert habe, wobei das Signal auf meinem Kassettenrekorder noch ziemlich schwankte!

Bei Tidal war alles perfekt. Zuerst war es das Paradies, ich hörte praktisch alles was ich wollte – wann immer ich wollte.

Es gab auch kein Risiko mehr, einen Datenträger für ein ordentliche Stange Geld zu kaufen und dann anschließend zu entdecken, dass die Musik nicht der persönliche Erwartungshaltung entspricht. Aber nach einer Weile erinnerte mich das Ganze wieder an „Ben & Jerry’s“.

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Die Qual der Wahl (Teil 1)

Wenn ich als Kind überhaupt mal eine Wahl hatte, dann höchstens zwischen „Take it or leave it“. Eine einfache Kindheit, man musste nicht lange überlegen, der Sachverhalt war schnell klar!

In dieser Zeit bekamen wir BBC Radio und die Probleme mit der Wahl wurden größer. Auf dem gleichen Gerät konnte man aktuelle Ereignisse und Nachrichten hören, aber auch “Women’s Hour” – die Sendung für die Hausfrau, die Original-Soap „The Archers“ und die damals typischen Komödien. Auf dem 3. Programm liefen Kultursendungen (schwere Unterhaltung!), und zum Ausgleich gab es das “Leichte Programm” mit Musik und Unterhaltung für die ältere Generation, was vor allem die Väter und Großväter meiner Generation schätzten. Trotz deutlich erweiterter Wahlmöglichkeiten war die Entscheidung immer noch einfach – die Älteren hatten immer Recht.

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Im Land der aufgehenden Wonne …

Vor kurzem wurde ich um eine Urlaubsempfehlung gebeten, auf die ich ohne Zögern reagierte: Asien!

„Ooh, nein, dort ist es heiß, schwül und schmutzig“ war die Reaktion.

Unsere jüngsten Erfahrungen in Japan zeigen aber genau das Gegenteil. Das erste, was uns auffiel, als wir mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Tokio fuhren: Wie sauber alles ist! Gedrängt und überlaufen? Ja, aber was ist anderes zu erwarten, wenn 38 Millionen Japaner in einer Stadt leben wollen/müssen?

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Lebensweisheiten von größerer Tragweite / Bear Truth

When I was in Canada one guide gave us an important piece of advice about bears: “Black bite, brown down”. In other words, black bears can be intimidated (unless they’re with their young or cornered), so make lots of noise to repulse them. All you can do with brown – or grizzly – bears is make yourself as small as possible on the ground and pray they may lose interest. Good advice for the workplace? Not all of us are bear whisperers.

Big Brother lebt noch – und wohnt jetzt in Kanada!?

… oder wie ich gelernt habe, mich weniger zu sorgen und seltsam
anmutende Datensammlungen zu lieben

In den letzten Jahren habe ich mich  intensiv mit Ahnenforschung und meiner genetischen Herkunft beschäftigt. Meine englische Familie war immer davon überzeugt, dass wir mit einem gewissen Jack Cornwell verwandt sind – einem mit nur 16 Jahren im 1. Weltkrieg kämpfenden Seemann, der in der Schlacht von Jütland gefallen ist. Meine Mutter allerdings war Deutsche, auf diese Seite von mir war ich natürlich auch neugierig. Die meisten Verwandten konnte ich allerdings nicht mehr fragen, sie sind inzwischen verstorben. Also blieben zur Ahnenforschung nur noch ein paar Erinnerungen  an Familienanekdoten und eine Handvoll alte Fotos.

In dieser misslichen Lage war das Internet meine Rettung! Genauer, die gewaltige, genealogische Datensammlung der Mormonen in Salt Lake City, deren Mission anscheinend darin besteht, durch genealogische Forschung zur “Erlösung ihrer Vorfahren” beizutragen. Von den Mormonen bevollmächtigte Organisationen betreiben mehrere Online-Sites, die dabei helfen können, „die Geschichte der eigenen Familie” zu erforschen.

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Puffer oder die Angst vor dem Unbekannten

Prolog: Das englische „buffer“ kann pauschal ins Deutsche als „Puffer“ übersetzt werden. Eigentlich eine treffende, eindeutige Übersetzung, wenn da nicht ein schelmisches Grinsen auf den Gesichtern einiger Westfalen wäre. Sie kennen „Puffer“ nämlich auch als IHRE regionale Spezilität – den Kartoffel-Puffer, wobei dieses einfache, aber äusserst wohlschmeckende Gericht praktisch in ganz Westeuropa unter verschiedenen lokalen Bezeichnungen zu finden ist: Reibekuchen, Reiberdatschi, Reibeplätzchen, Rievkoche, Riewekauken, Dotsch, Dötscher, Baggers, Pickert, Kartoffelplätzchen oder auch das schweizer Rösti. Auch auf die Gefahr hin, mir den Unmut einiger Lokalpatrioten zuzuziehen – mehr oder weniger alles das Gleiche und alles sehr, sehr lecker. Im Englischen übrigens weitestgehend als „potato pancake“ bekannt.

Im Interesse einer verständlichen Darstellung bitte ich darum, den Begriff „Puffer“ im folgenden Beitrag ausschliesslich im Sinne der Bedeutung „Reserve oder Risikozuschlag“ in der Projektplanung zu interpretieren. Danach ist ein Puffer oder die Pufferzeit „zeitlicher Spielraum für die Ausführung eines Vorganges“, also eine Zeitreserve.

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Outsourcing oder Aushöhlen?

bco.harlekin

Seit den 80er Jahren – dank General Motors, Maggie Thatcher und Ronald Reagan – gilt das Auslagern von internen oder öffentlichen Dienstleistungen an externe Unternehmen als fortschrittlich und vor allem kostensparend. Alles, was nicht zum Kerngeschäft gehört, wird als Ballast gesehen, den man besser an “Spezialisten” weitergibt, die angeblich professioneller und wirtschaftlicher agieren. Klingt logisch und verlockend, insbesondere wenn kurzfristige Einsparungen angepeilt werden. „Outsourcing oder Aushöhlen?“ weiterlesen